Militärflugplatz Meiringen: Ein Kapitel mehr im Fluglärmstreit

Der Bundesrat will den Flugbetrieb auf dem Militärflugplatz Meiringen nicht reduzieren und lehnt auch eine längere Sommerpause ab. Das macht die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation von Nadine Masshardt (SP/BE) deutlich. Weniger Betrieb wäre wohl das Ende des Betriebs.

Ein Jet der Schweizer Luftwaffe auf dem Militärflugplatz Meiringen.

Bildlegende: Ein Jet der Schweizer Luftwaffe auf dem Militärflugplatz Meiringen. Keystone

Bevölkerung und Tourismus in der Region Brienz/Meiringen würden durch den Fluglärm beeinträchtigt, macht Nationalrätin Masshardt geltend und erinnert auch an die Forderung einer viermonatigen Sommerpause. Doch davon will die Landesregierung nichts wissen, wie auch von einer Halbierung der Flüge.

Das Militärdepartement plane weiterhin maximal 5000 Kampfjetbewegungen in Meiringen, schreibt der Bundesrat. Entsprechende Informationen hatte letzten Herbst schon das regionale Kontaktgremium verbreitet, das aus Vertretern der Region und der Armee besteht.

Eine Staffel F/A-18 verursache auf einem Militärflugplatz zwischen 4000 und 5000 Bewegungen. Eine Halbierung auf 2500 Starts und Landungen wäre nur mit einer Verlagerung nach Emmen oder Payerne möglich.

Weniger Flüge gefährden den Betrieb

Damit wäre aber in Meiringen kein wirtschaftlicher Betrieb mehr zu gewährleisten. Das ist eine klare Warnung der Landesregierung, dass der Militärflugplatz Unterbäch zwischen Brienz und Meiringen und damit seine Arbeitsplätzen bei weniger Betrieb gefährdet seien.

Und wenn es in Meiringen eine viermonatige Sommerpause gäbe, «könnte in Emmen und Payerne im Sommer keine flugfreie Zeit mehr gewährleistet werden».
Gegen den Fluglärm wehren sich seit Jahren Einheimische und insbesondere die Tourismusbranche. Dagegen stehen die zahlreichen Arbeitsplätze und die Aufträge in die Region des Militärflugplatzes. Seit Jahren ein unlösbarer Konflikt.