Mit ausgebildeten Schafhirten gegen das Problem «Wolf»

Ausgebildete Schäfer sollen dem Kanton Wallis bei der Schafs-Problematik helfen. Neu bietet der Kanton einen Ausbildungslehrgang an. Das grösste Problem ist die Finanzierung.

Ein Hirte läuft mit seiner Herde Schafe über eine Wiese.

Bildlegende: Ein neuer Hirtenlehrgang soll das Schaf besser vor dem Wolf schützen. Keystone

Der Kanton Wallis bietet einen Ausbildungsgang für künftige Schafhirten an. Es ist die erste solche Ausbildung in der Westschweiz und umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil.

Auf der einen Seite sollen die künftigen Schafhirte während 14 Tagen bei theoretischen Kursen mehr über die Schafhaltung, die Alpwirtschaft aber auch das Recht der Hirten lernen und dann sollen sie in einem zweiten praktischen Teil einen Schafhirten einen Sommer lang begleiten und so auch praktisch lernen, mit den Schafen umzugehen. Obligatorisch gehört zu dieser Ausbildung aber auch die Ausbildung im Umgang mit Schutzhunden und der Schutz der Schafe vor den Wölfen.

Schafhirte lösen Probleme mit dem Wolf nicht

Diese neue Ausbildung wird von Georg Schnydrig, dem Präsidenten jener Kommission, die sich im Wallis mit dem Problem Schaf und Wolf beschäftigt, begrüsst. Das Wallis brauche mehr Schafhirten, denn derzeit sei kaum einer zu finden. Das grosse Problem sei allerdings die Finanzierung: «Ein Schäfer wird sich in den meisten Fällen die Anstellung eines ausgebildeten Hirten einfach nicht leisten können. Da muss der Bund helfen», sagt Schnydrig gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Zum anderen aber sei es auch eine Illusion zu meinen, dass mit einem Hirten das Problem «Wolf» gelöst werden könne: «Die Erfahrung zeigt klar, dass die Behirtung nicht genügt, um die Schafe genügend zu schützen.» Die Walliser Schäfer verlangen nach wie vor die Kündigung der Berner Konvention und damit die Herabsetzung des Schutzes für den Wolf.