Mit Ursula Haller tritt die Grande Dame der Thuner Politik ab

Eigentlich hätte sich Ursula Haller am Wahlsonntag in Thun zurücklehnen können. Sie trat nicht mehr zur Gemeinderatswahl an. Doch ganz hat sie mit der Thuner Politik noch nicht abgeschlossen.

Porträt

Bildlegende: Ende September wurde Ursula Haller vom Nationalrat verabschiedet. Keystone

«Ich interessiere mich natürlich stark dafür, wie es im Thuner Gemeinderat weiter geht», sagt Ursula Haller im Gespräch mit dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Im Verlauf des Sonntags zeichnete sich ab, dass die BDP geschwächt aus den Wahlen hervorgeht. Das beschäftigt die Politikerin und BDP-Frau der ersten Stunde. «Selbstverständlich hätte ich mir gewünscht, dass es erfolgreich weitergeht. Aber Hand aufs Herz: Wir sind mit neuen Kandidaten angetreten – und dann ist es natürlich immer schwierig.»

Der Rücktritt aus der Politik – auch aus dem Nationalrat – sei ihr leicht gefallen, erzählt Ursula Haller. «Es war ein konsequenter Schritt. Ende Jahr bin ich vogelfrei.» Sie sei froh, ihre Karriere auf dem Höhepunkt beenden zu können. Nach 16 Jahren im Thuner Gemeinderat ist es auch an der Zeit, Bilanz zu ziehen: «Es ist immer gefährlich, wenn sich Politiker selber auf die Schultern klopfen. Aber ich gebe zu: Ich bin ein wenig stolz.» Thun habe sich entwickelt und das sei gut so.

Wird es denn jetzt einfach still um Ursula Haller? «Ja», antwortet sie kurz und mit einem Lachen. «Ich wurde in den letzten Wochen für viele neue Mandate angefragt – und ich habe alles abgelehnt.» Es gebe nichts Schlimmeres als altverdiente Politiker, welche immer wieder «dreinreden».