Mittelalterliches Treiben in Thuns Gassen

In Thun bevölkern Ritter und Gaukler, Gänseherden und alte Handwerker das Schloss, den Rathausplatz und die Altstadtgassen. Das grosse Mittelalterfest ist ein Höhepunkt zum Jubiläum 750 Jahre Stadtrecht Thun. Das Publikum erschien zahlreich.

Auf der Bühne vor dem Rathaus dröhnen Trommeln, Hörner und Lauten, umwölkt von Duftschwaden nach gebratenen Spiessen. Ritter reiten hoch zu Ross samt Gefolge durchs Gedränge in der Oberen Hauptgasse, eine Gänseherde schnattert durch die Tausenden von Besuchern, Sattler, Schwertschmiede, Seifensieder und Schemelmacher zeigen ihr Handwerk. Überall historische Gewänder und vergnügte Menschen. Thun verwandelt sich mit sichtlichem Vergnügen in die Stadt von 1264, als ihr Gräfin Elisabeth von Kyburg das Stadtrecht verlieh.

Thun zeigt die schöne Seite des Mittelalters

«Es ist eine sehr stimmungsvolle Sache, die Leute zusammenbringt, mit denen wir sonst nicht viel zu tun haben», freut sich Lilian Raselli. Sie ist Leiterin des Schlossmuseums und OK-Präsidentin des Mittelalterfests. «Bei den Darbietungen im Schloss sind wir sogar sehr authentisch. Und in den Gassen darf es durchaus ein bisschen schräg, laut und fröhlich sein.»

Das Volk kann dem Treiben offensichtlich etwas abgewinnen. «Es ist wirklich noch spannend. Das geht schön langsam und da sieht man, wie mit ganz einfachen Werkzeugen etwas entsteht», sagt eine Familie, die dem Schemelmacher fasziniert bei der Arbeit zuschaut.

Erstaunlich ist auch, wie viele Leute sich nicht nur an diesem Wochenende mit dem Mittelalter auseinandersetzen. Der Mittelalterverein Bern zum Beispiel, der sich in zeitgemässen Kleidern und mit einem grossen Zelt auf dem Rathausplatz niedergelassen hat wurde vor Jahren auf dem Thuner Rathausplatz gegründet.