Nationaler Innovationspark in Biel: Der letzte Kampf ist lanciert

Der Kanton Bern hat im Kampf um einen Standort des schweizerischen Innovationsparks seine Trümpfe ausgespielt. Am Freitag hat die Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz VDK das bereinigte Dossier für einen Netzwerk-Standort in Biel auf dem Tisch. Es sei viel ausgereifter als beim ersten Anlauf.

Höflich aber bestimmt schickte die Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz VDK im Juni 2014 das Bewerbungsdossier für einen nationalen Innovationsparkstandort Biel in eine zweite Runde. Biel und fünf weitere Standorte im Land bekamen so die Chance, ihr Dossier zu überarbeiten.

Biel hat seine Trümpfe nun ausgespielt

«Wir haben nun alle offenen Fragen beantwortet», sagt Felix Kunz. Der CEO des Inno-Campus Biel ist auch verantwortlich für das Bewerbungsdossier des Kantons Bern für einen nationalen Innovationspark-Standort.

So habe man inzwischen grosse Industrie-Unternehmen an Bord geholt und die Universität Bern. Damit seien zwei von drei Vorbehalten ausgeräumt. Und bei der Finanzierung eines Innopark-Neubaus in Biel brauche man die Hilfe des Bundes nicht mehr. «Wir haben eine Lösung mit einem privaten Investor», so Felix Kunz.

«Das bereinigte Dossier ist gereift und meines Erachtens viel besser als das erste», bilanziert Andreas Rickenbacher. Der bernische Volkswirtschaftsdirektor präsidiert auch die VDK, der Berner ist damit in einer Doppelrolle. «Wir haben mit dem Inno-Campus in Biel dazu bewiesen, dass das System funktioniert, Wirtschaft und Forschung, Industrie und Wissenschaft zusammenzubringen».

Warten auf das Urteil aus dem Bundesratszimmer

Für den Universitäts- und KMU-Kanton Bern ist es mehr als eine Prestigefrage, einen der Innovationspark-Standorte zugesprochen zu erhalten. Deshalb rüstet sich der Kanton Bern auch mit einem neuen Innovationsförderungsgesetz. «Wir müssen auch als Kanton leihhalten, bei der Finanzierung des neuen Zentrums und bei weichen Faktoren wie Zusammenarbeit zwischen Universität und Wirtschaft», ist Andreas Rickenbacher überzeugt.

Die Würfel können nun schnell fallen: Bis Ende April oder Anfangs Mai wird eine Expertenkommission der VDK dem Bundesrat Anträge stellen, welche Standorte für einen Innovationspark in Frage kommen. «Ich hoffe, der Bundesrat entscheidet sich auch für Biel. Dann wären wir ab 2016 bereit, im Rahmen des Swiss Innovation Parks zu starten», verspricht der Volkswirtschaftsdirektor.