Neue Turbulenzen in der Berner Dampfzentrale

Die Dampfzentrale Bern und ihr Gesamtleiter Georg Weinand gehen ab sofort getrennte Wege. Grund sind unterschiedliche Ansichten darüber, wie der Betrieb künftig geführt werden soll.

Die Dampfzentrale, im Hintergrund blauer Himmel.

Bildlegende: Die Dampfzentrale Bern wird ab sofort von einem fünfköpfigen Team geleitet. Elisa Häni/SRF

Der deutschsprachige Belgier Georg Weinand trat die Stelle vor knapp vier Jahren an und hatte noch einen Vertrag bis 2019. Dieser werde im gegenseitigen Einvernehmen per sofort aufgelöst, teilt die Dampfzentrale mit. Der Vorstand des Hauses und Weinand waren sich uneins über die zukünftige Führungsstruktur des Betriebs.

Wie die Präsidentin des Vorstandes, Nicola von Greyerz, sagte, wäre ein Fortsetzung der Zusammenarbeit unter diesen Voraussetzungen nicht mehr möglich gewesen. Die unterschiedlichen Auffassungen wollte von Greyerz aber nicht kommentieren.

Neu wird Dampfzentrale von einem fünfköpfigen Team geleitet. Dazu gehören die Spartenchefs Anneli Binder (Tanz/Performance), Roger Ziegler (Musik) und Till Hillbrecht (Club) sowie Ernst Jäggi als kaufmännischer Leiter und Thierry Biolley, der Leiter der Technik.

«  Ich bin überzeugt, dass die fünf Personen ihre Aufgabe gut machen werden »

Nicola von Greyerz
Vorstandspräsidentin Dampfzentrale

Das Quintett übernimmt per sofort die Gesamtverantwortung für das Programm und das Haus. Der weitere Umbau werde von einem externen Organisationsexperten begleitet, sagt Vorstandspräsidentin Nicola von Greyerz.

Öffnung angestrebt

Die Berner Dampfzentrale wurde - wie die Reitschule - im Jahr 1987 besetzt und zunächst jahrelang selbstverwaltet. In den letzten Jahren kristallisierten sich die Schwerpunkte «Zeitgenössischen Tanz, Performance und Neue Musik» heraus. Das Programm fand in Insiderkrisen grosse Beachtung.

Weinand sagte bei seinem Amtsantritt 2012, er wolle den Ruf der Dampfzentrale als eher elitäre Institution korrigieren. Er habe nichts dagegen, wenn ein hochstehender Musik-Abend auch mal in eine Party münde. Unter Weinand suchte die mit jährlich gut zwei Millionen Franken subventionierte Dampfzentrale dann tatsächlich die Nähe zum breiten Publikum und ging dabei auch unkonventionelle Wege.

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