Neue Wege in der Cannabis-Politik

Bern diskutiert mit anderen Städten neue Lösungen in der Cannabis-Politik. Letzte Woche hat die Stadt eine entsprechende Arbeitsgruppe eingesetzt. Auch Biel will sich beim Pilotprojekt beteiligen. Die Arbeiten sind aber noch in den Kinderschuhen.

Zwei Personen von hinten reichen sich einen Joint.

Bildlegende: Gemäss Schätzungen konsumieren bis zu 500'000 Menschen Cannabis in der Schweiz. Keystone

In der Arbeitsgruppe Cannabis der Stadt Bern sitzt unter anderm Jakob Huber. Er ist der Geschäftsleiter von der Suchtberatungsstelle Contact Netz. Für ihn ist klar: Die heutige Cannabis-Politik ist nicht mehr zeitgemäss: «Weil Cannabis illegal ist, werden die ganzen Konsumenten kriminalisiert. Die Menschen müssen sich zudem die Droge auf dem illegalen Markt besorgen.»

Zwei Männer in einem Büro.

Bildlegende: Gemeinderat Beat Feurer (links) und Abteilungsleiter André Glauser haben noch viele Fragen zu den Cannabis-Clubs. SRF

Es gebe genügend Beispiele aus anderen Ländern, wo eine liberalere Lösung mit Cannabis funktioniere. Zudem sei es auch nicht so, dass Cannabis vermehrt konsumiert würde, wenn die Regeln gelockert würden. «Ein Vergleich zwischen Frankreich und Holland zeigt es am besten. Holland hat weniger Cannabis-Konsumenten, obschon der Konsum dort im Gegensatz zu Frankreich legal ist.»

Im Zentrum steht vor allem die Diskussion um sogenannte Cannabis-Clubs. Hier könnten die Leute Mitglied werden und anschliessend ihr Gras legal beziehen. Wann konkrete Lösungsvorschläge präsentiert werden, ist aber noch offen.

In Biel ist man skeptisch, ob solche Cannabis-Clubs überhaupt eingerichtet werden können. André Glauser, der Leiter der Abteilung öffentliche Sicherheit der Stadt Biel: «Das Betäubungsmittelgesetz lässt uns da keinen Spielraum. Ohne dieses im Bereich Cannabis zu lockern, wird es wohl nicht gehen.»