Nicole Boss boxt um ihren grossen Traum

Die 35-jährige Bernerin will den Weltmeistertitel gewinnen und betreibt für das Boxen einen grossen Aufwand. Nicole Boss trainiert zweimal pro Tag und arbeitet daneben 100 Prozent. Obwohl Boss beim Boxen nichts verdient, bereitet ihr das Hobby viel Freude.

Nicole Boss ist Europameisterin und die zweitbeste Europäerin in der Kategorie Leichtgewicht (bis 61,2 Kilo). Am Samstag Abend boxt die 35-jährige im ausverkauften Sternensaal in Bümpliz gegen die amtierende Weltmeisterin, Delfine Persoon. Bereits einmal boxte Boss gegen die Belgierin und verlor. Trotzdem glaubt die Bernerin an ihre Chance.

100 Prozent arbeitet Nicole Boss als Direktionsassistentin, zweimal pro Tag trainiert sie und in den letzten Monaten reiste sie am Wochenende für Trainingskämpfe nach Deutschland. Für Boss kein Problem, sie boxe einfach sehr gerne, sagt sie.

«  Es ist die pure Freude, hier im Boxkeller zu stehen. Und ja, ich quäle mich manchmal auch gerne. »

Nicole Boss
Boxerin

Geld verdient die 35-jährige beim Boxen nicht. Sie könne froh sein, wenn am Ende des Jahres die Rechnung aufgehe, sagt Boss. Auch der Weltmeisterschaftskampf wird kein Geld in ihre Kasse spülen. Die Einnahmen werden in die Ausrichtung des Kampf gesteckt.

Keine Probleme mit einem blauen Auge

Sie sein schon immer ein Wettkampftyp gewesen, sagt Nicole Boss. Und vor schweren Verletzungen sei sie bis jetzt immer verschont geblieben. «So ein blaues Auge oder mal eine blaue Nase gehören dazu. Im Boxen muss man einstecken können.»

Dumme Sprüche zum Thema Boxen und Frauen müsse sie sich ab und zu anhören. «Manchmal fragen mich männliche Kollegen warum ich boxe, das sei doch schade für mein Gesicht.» Boss' Antwort: «Ich boxe jetzt seit 15 Jahren und ich sehe immer noch gleich aus. So schlimm kann es also nicht sein.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)