Oberhofen hat Zeit

Das Museum für Uhren und mechanische Musikinstrumente in Oberhofen am Thunersee sammelt alles, was tickt und tönt – seit 20 Jahren.

Helle Glockentöne erinnern an das Leben der alten Berner Patrizier. Eine wertvolle, aufwendig gestaltete Uhr galt als Statussymbol. Besonders beliebt und teuer waren Glockenspiele. Wer eine solche mechanische Meisterleistung bestaunen will, findet sein Glück im Uhrenmuseum in Oberhofen.

Das historische Wichterheer-Gut an der Hauptstrasse ist der passende Rahmen. Aber natürlich gibt es dort nicht nur protzige Prunkstücke zu sehen.

Die ältesten Uhren für den Hausgebrauch sind nämlich simpler gestaltet. Auch solche Konstruktionen stehen im Museum. Sie haben nur einen Stundenzeiger und sind Abbilder der Turmuhren, den ersten mechanischen Uhren überhaupt. Sie wurden von Schmiedemeistern aus Eisen gefertigt, Uhrmacher gab es vor 500 Jahren noch keine.

Der Sekundenregulator

Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und der Telegrafen wurde die genaue Zeit immer wichtiger. 1850 baute Johannes Leuenberger in Sumiswald deshalb den Sekundenregulator. Dieser hatte ein genau meterlanges Pendel und war so viel präziser als seine Vorgänger.

Das Museum zeigt auch «Stubezyt» aus dem Emmental. Sie wurden von Bauern und Handwerkern in dunklen Winternächten gebaut – mit zugekauften mechanischen Teilen. So vertrieben sie sich ihre Zeit. Und ihre Uhren ticken noch heute – auch in Oberhofen.

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