Platz-Offensive in der Stadt Bern

Am Sonntag sagte das Stimmvolk Ja zur Sanierung des Breitenrainplatzes. Die Stadt will den Rückenwind nützen und das nächste Sanierungsprojekt in Angriff nehmen. Jetzt geht's um den Eigerplatz.

Tram und Autos auf einem Teil des Berner Eigerplatzes.

Bildlegende: Der Eigerplatz ist vor allem ein Verkehrsknotenpunkt und als Platz kaum wahrnehmbar. Thomas Pressmann/SRF

Zwei Tage nach dem Ja des Volks zum neuen Breitenrainplatz präsentiert die Stadt Bern das nächste Umgestaltungsprojekt für einen wichtigen Platz: Sie will für 25,3 Millionen Franken den Eigerplatz sanieren und neu gestalten.

Dort seien die Tramgeleise veraltet, die Autos und Busse stünden häufig im Stau und der unübersichtliche Platz lade kaum zu Begegnungen ein, schreibt die Berner Stadtregierung in einer Mitteilung. Es gehe darum, den Platz wieder zum Zentrum für einen Stadtteil mit 30'000 Einwohnern zu machen.

Geplant ist etwa, die heute getrennten Haltestellen der Buslinie 10 und der Tramline 3 zusammenzulegen und mit neuen Wartehallen auszustatten. Auch die öffentlichen Aufenthaltsflächen sollen verschönert und vergrössert werden.

Der Baubeginn ist für Frühling 2016 vorgesehen. Stimmt der Stadtrat zu, will die Stadt die Volksabstimmung über die Neugestaltung des Eigerplatzes im November dieses Jahres durchführen.

Jahrelang kümmerte sich die Stadt Bern kaum um ihre Plätze, verschiedene Projekte blieben in den städtischen Planungsschubladen stecken. Der Wind hat gedreht. «Auch in andern Städten ist zu beobachten, dass die Leute wieder gerne in den Städten leben», sagt Gemeinderätin Ursula Wyss. «Damit steigen aber auch die Anforderungen an die Quartierplätze.» Die Bewohner würden sich den Raum «zurückerobern», meint Wyss. «Das Ja beim Breitenrainplatz zeigt: Die Bevölkerung will die Sanierungen – auch wenn sie teuer sind.»