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Bern Freiburg Wallis Privatschule soll neues Leben nach Bratsch bringen

Der 32-jährige Damian Gsponer gründet im Walliser Bergdorf Bratsch eine Privatschule. Ab nächstem Sommer sollen 16 Kinder nach einer von Gsponer entwickelten alternativen Lernmethode unterrichtet werden.

Das alte Schulhaus in Bratsch steht schon seit über 6 Jahren leer. Ab kommendem Schuljahr sollen dort aber wieder 16 Kinder unterrichtet werden. Damian Gsponer, Schuldirektor der Orientierungsschule Leuk, hat ein eigenes, neues Lernkonzept entwickelt.

Ich will die Volksschule verändern.
Autor: Damian GsponerBildungsvisionär

Damian Gsponer selbst hat keine guten Erinnerungen an seine Schulzeit. Er sagt gegenüber dem Regionaljournal: «Die öffentliche Schule ist zu wenig auf die Bedürfnisse der Kinder angepasst. Kinder, besonders Jungs, haben einen sehr grossen Bewegungsdrang und können nicht stundenlang stillsitzen.»

Mit 18 Jahren stand Damian Gsponer ohne Schulabschulss und ohne Ausbildung da. Er war arbeitslos und auf dem Abstellgleis. Heute ist er 32 Jahre alt, verheiratet, Vater von zwei Kindern und Schuldirektor an der Orientierungsschule Leuk. Nun will er mit seinem neuen Lernkonzept die Schule revolutionieren. «Ich möchte in Bratsch ein Modell entwickeln, in dem das Kind im Zentrum steht und nicht die Wissensvermittlung.» Es gehe darum, dass jedes Kind mit Blick aud seine Bedürfnisse entsprechend gefördert wird.

Grosses Interesse

In der Privatschule sollen Kinder vom Kindergartenalter bis zur Orientierungsschule unterrichtet werden. «Wir haben Platz für 16 Kinder, aber es sind schon über weit über dreissig Anmeldungen eingegangen», erzählt Damian Gsponer, der auch als Lerntherapeut und Dozent an der Pädagogischen Hochschule PH Wallis tätig ist.

Er ist überzeugt davon, dass er die Schüler mit seinem alternativen Lernkonzept weiterbringt. Sein Experiment wird wissenschaftlich begleitet. So will er aufzeigen, dass die öffentliche Schule überdacht werden muss.

Bratsch soll wiederbelebt werden

Die Gemeinde Gampel-Bratsch unterstützt die Privatschule mit 150'000 Franken und stellt das alte Schulhaus gratis zur Verfügung. Gemeindepräsident Konrad Martig meint: «Andere Bergdörfer müssen ihre Schulen schliessen. Wir können wieder eine Schule im Bergdorf Bratsch eröffnen. Wir hoffen, dass damit wieder mehr Leben einkehrt und die Abwanderung gestoppt wird.»

1 Kommentar

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  • Kommentar von Franziska Widmer (Dalujo)
    Da dürfen Kinder noch Kinder sein! Spielerisch entdecken und für das Leben lernen! Bravo! Ein Wandel im Schulsystem in der Schweiz wäre sehr wünschenswert. Ohne Leistungs- und Notendruck, sondern lernen aus Motivation und Freude.
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