Psychiatrie Biel-Seeland Berner Jura: Steiniger Weg zur Sanierung

Die psychiatrischen Dienste haben gar keine andere Wahl, als Kosten und Leistungen in Einklang zu bringen. Ab 2017 sind sie nicht mehr Teil der Kantonsverwaltung, sondern eine Aktiengesellschaft. Im Berner Jura ist das ein schwieriges Unterfangen. Die Leitung konkretisiert nun Schritt für Schritt.

Das Kloster von Bellelay, Zentrum der Psychiatrie im Berner Jura.

Bildlegende: Das Kloster von Bellelay, Zentrum der Psychiatrie im Berner Jura: Zu teuer, eigentlich nicht geeignet und zu abgelegen. zvg GEF

Die Psychiatrischen Dienste Biel-Seeland Berner Jura haben zwar zwei Jahre mehr Zeit als die Kliniken in Bern und Münsingen, um unternehmerisch auf eigenen Füssen zu stehen. Bis 2019 bezahlt der Kanton hier noch Defizite. Aber die Zeit drängt, denn im Berner Jura ist dieser Wandel in eine Aktiengesellschaft schwieriger als anderswo. Seit Monaten ist diese Institution deshalb daran, sich umzubauen.

«Es ist Spagat, aber es ist zu schaffen»

30 Stellen sind bereits gestrichen, 20 weitere könnten folgen. Der Standort Reconvilier ist geschlossen. Die Verwaltung der ambulanten Dienste ist zusammengezogen, der Kontakt zu den Notfalldiensten intensiviert.

Der psychiatrische Dienst wird zudem effizienter, weil alle Patientenzuweisungen nun über eine einheitliche Telefonnummer laufen. Auf der anderen Seite will man im Berrner Jura die Ausbildung französischsprachiger Fachleute sichern und die ambulanten Pflegeteams auch den Hausärzten und niedergelassenen Psychiatern zur Verfügung stellen.

«Wir haben keine andere Wahl, als unsere Kosten und Leistungen zu optimieren. Nur so bringen wir die Defizite rechtzeitig weg», urteilt Jan von Overbeck. Der bernische Kantonsarzt leitet die Psychiatriedienste in Biel-Seeland Berner Jura seit 2015 ad interim.

Näher an die Spitäler

In der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern ist es längst kein Geheimnis mehr, dass das Zentrum der Psychiatrie im Berner Jura mittelfristig zügeln muss. Das alte Kloster von Bellelay ist zu teuer, baulich und betrieblich eigentlich ungeeignet und zu abgelegen. Aber ein Neubau ist in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich.

So suchen die psychiatrischen Dienste auch grössere Nähe zu den Spitälern. «Die Nähe zu den Spitalzentren ist essentiell. Viele Patienten haben medizinischen und psychiatrischen Bedarf», bestätigt Jan von Overbeck. So sucht man die Zusammenarbeit mit dem Spitalzentrum Biel, mit dem Spital des Berner Juras, mit den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern und dem Universitätsspital Lausanne. Zudem redet man kurzum mit dem Spital des Kantons Jura über eine Zusammenarbeit, welche die Kantone Bern, Jura und Neuenburg (BEJUNE) umfasst.