Rätselhafter Frieden im neuen Walliser Parlament

Keine Gegenkandidatur, keine Kampfwahl - im Walliser Kantonsparlament lief die Bestückung von Kommissionen und Präsidien seltsam ruhig ab.

Bei seiner konstituierenden Sitzung hat das Walliser Kantonsparlament am Montag die wichtigsten Kommissionen bestückt und das Ratspräsidium gewählt. Trotz der neuen Machtverhältnisse gab es keine Kampfwahl, nie wurde eine Gegenkandidatur vorgeschlagen. Gewählt wurde, was das Grossratsbüro vorgeschlagen hatte.

Das Geheimnis der seltsamen Stille: Die Fraktionschefs hatten sich im Vorfeld abgesprochen, die Posten nach den neuen Machtverhältnissen verteilt. Die Parlamentarier hielten sich an die Vorgaben ihrer Fraktionen - wenn auch mit einer gewissen Unzufriedenheit: Teilweise wurde fast ein Viertel der Stimmzettel leer eingelegt.

Die Tatsache, dass die CVP erstmals nach 150 Jahren im Walliser Kantonsparlament nicht mehr über die absolute Mehrheit verfügt, hat sich ausgewirkt: Beim Machtkampf unter den Fraktionschefs haben die kleineren Parteien eine bessere Vertretung in den Kommissionen herausgeholt. Und: Entsprechend den neuen Verhältnissen wird die CVP künftig nur noch jeden zweiten Präsidenten im Rat stellen können. Bisher liess die CVP den Minderheiten nur jedes dritte Präsidium.

Die neue Walliser Ratspräsidentin