Rätselspiel «Adventure Rooms» - ein Berner Exportschlager

Das Abenteuer-Spiel «Adventure Rooms» fesselt Menschen rund um den Globus. Sie lassen sich freiwillig einsperren und rätseln sich wieder zurück in die Freiheit. Der Berner Physiklehrer Gabriel Palacios hat das Spiel für seine Schüler entwickelt - und damit einen Boom ausgelöst.

In einem dunklen Keller im Berner Länggass-Quartier hat 2012 alles angefangen. Der Physiklehrer Gabriel Palacios wollte ein Experimentierfeld für seine Schülerinnen und Schüler schaffen. Sie sollten beim Lösen von Rätseln ganz nebenbei physikalische Phänomene erfahren, verbunden mit etwas Nervenkitzel.

Wer in den Adventure Room steigt, wird mit Handschellen gefesselt. Innert einer Stunde muss er den Weg raus finden und dabei zahlreiche Codes knacken. Mal hilft Wärme, mal ein Magnet, mal schlicht etwas Kombinatorik. Das Spiel gefiel nicht nur den Schülern. Auch Eltern und Kollegen und bald auch Touristen wollten in den Rätselkeller steigen. Palacios hatte mit dem Spiel einen Nerv getroffen.

In der Schulstube steht er nur noch einen Nachmittag pro Woche. Sonst reist er um die Welt und eröffnet einen Rätselkeller nach dem anderen. 35 Adventure Rooms in 20 Ländern gibt es unterdessen, von Australien bis Zypern, von Russland bis Qatar. Wer einen Rätselraum eröffnen will, braucht eine Lizenz. Kostenpunkt: 30'000 Franken. Dazu kommt eine Umsatzbeteiligung von 10 Prozent.

Ideen für 10 weitere Spiele

Wie gut das Geschäft läuft, bleibt geheim. Werbung macht Palacios nicht. Das hat er auch nicht nötig. Sogar das Technorama in Winterthur will mit ihm zusammen arbeiten. Und längst kopieren ihn auch andere Anbieter. Angst, dass sich das ganze mal zu Tode läuft, hat er nicht. «Ich habe Ideen für zehn weitere Spiele auf Lager», sagt Palacios.