Regionalspital Emmental: Auf in den Kampf um Markt und Wettbewerb

Der Baubeginn für das neue Bettenhaus in Burgdorf ist für die Spitalgruppe Emmental ein Meilenstein. Es ist das Herzstück eines Bauprogramms in der Höhe von 111 Millionen Franken. Es soll das Regionalspital Emmental fit machen für die Zukunft. Diese heisst Markt und Wettbewerb.

Der Grundstein für das neue Bettenhaus am Regionalspital Burgdorf ist gelegt. Ein Meilenstein, schwärmen die Verantwortlichen. Gewiss ein wichtiger Tag, immerhin ist das neue Bettenhaus das Kernstück eines 111 Millionen Franken teuren Gesamtbauprojekts. Aber es kann auch eine erste Wegmarke im grossen Stil sein, wie sich die öffentlichen Spitäler des Kantons Bern künftig positionieren.

Erfolg heisst Markt und Wettbewerb

Die Spitalgruppe Emmental will sich als Spital-Unternehmen so positionieren, dass sie keinerlei Konkurrenz zu befürchten hat. Heisst: Ein leistungsfähiger Betrieb, ein guter Arbeitgeber und ein hoher Standard bei den Patientenzimmern. «Erfolg im heutigen Spitalgeschäft hat auch mit Marktfähigkeit und Wettbewerb zu tun», bestätigt RSE-CEO Anton Schmid.

Seine Verwaltungsratspräsidentin, die Burgdorfer Unternehmerin Eva Jaisli, hat sich diese Strategie verinnerlicht. «Wir haben einerseits den Versorgungsauftrag des Kantons. Aber wir sind ein KMU geworden, das als Wirtschaftsunternehmen funktioniert.»

Die Konsequenz daraus: Das Regionalspital Burgdorf beschloss vor Jahren ein grosses Bau- und Sanierungsprogramm ohne Geld vom Kanton. 70 der 111 Projekt-Millionen stammen aus einer Anleihe. Damit wird der Spitalumbau in Burgdorf zu einer Kapitalanlage für Investoren.

Neuer Ansatz: Mehr Nähe zu den Kunden

Interessant ist nun, dass das Regionalspital Emmental zusätzliche Angebote wie Altersmedizin oder Palliativpflege erwägt. Und: Man will mit einem sehr umfassenden Angebot mehr Nähe zu den Patienten aus der Region. Das schaffe Vertrauen, so CEO Anton Schmid. Und er ist überzeugt, dass die moderne Technik und Kommunikation es möglich mache, medizinische Angebote wieder zurück in die Region zu holen. Wenn es funktioniert, wäre es eine Trendwende nach 20 Jahren Konzentration in den bernischen Spitalregionen.

Kein Geld mehr aus öffentlichen Kassen

Der Grundsatz, dass auch öffentliche Spitäler ihre Investionen aus ihren Erträgen finanzieren müssen, gilt seit der KVG-Revision 2012. Für die Privatspital-Unternehmen war dieses Regime nichts Neues. Das öffentliche Spital Burgdorf ist die wohl erste solche Anwendung im grossen Stil.

Nächste Projekte sind der Neubau des Tiefenausspitals in Bern und das neue Spital Zweisimmen, das die Thuner Spitalgruppe STS plant.