Rektor Christian Leumann: «Die Uni Bern ist zuwenig bekannt»

Der neue Rektor Christian Leumann ist überzeugt, dass die Universität Bern ein attraktives Lehrangebot hat. Ausserhalb der Mauern der Universität werde das aber nicht genügend wahrgenommen. Studierende und Dozenten sollen nun mehr Werbung für die Uni Bern machen.

Ein Mann spricht.

Bildlegende: Der neue Rektor Christian Leumann will die Fakultäten untereinander besser vernetzen und die Uni Bern bekannter machen. Christine Widmer/SRF

Die Studierendenzahlen an der Uni Bern stabilisieren sich auf hohem Niveau: 17'500 Studierende werden im Herbstsemester 2016 immatrikuliert sein. Das gab die neue Uni-Leitung an ihrer Jahresmedienkonferenz bekannt.

Die Gründe für die Stabilisierung seien zum grossen Teil demographischer Natur, teilte die Universität mit. Auch die Maturazahlen wachsen nicht mehr wie in den vorherigen Jahren. Am gefragtesten bleiben naturwissenschaftliche Studiengänge. Die grösste Fakultät ist neu die Medizinische Fakultät.

Rektor Christian Leumann ist seit Anfang August im Amt und ist überzeugt, «dass wir ein attraktives Lehrangebot haben». Vor den Medien erwähnte er auch Forschungsleistungen der Uni, die beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Rosetta-Mission der ESA gespielt habe. Handlungsbedarf sieht Leumann beim Reputationsfaktor.

«  Dozenten und Studierende müssen bei Auftritten und Studien im Ausland mehr Werbung machen »

Christian Leumann
Rektor Universität Bern

Bern gehöre zu den meistzitierten Universitäten, doch sei dies unter den befragten Forschenden noch zu wenig bekannt. «Ich denke, hier sind wir besser als die externe Wahrnehmung.» Der neue Rektor möchte, dass Studierende bei Studienaufenthalten an ausländischen Universitäten Werbung für ihre Heim-Uni machen – Dozenten sollen bei Gastauftritten auf die Berner Hochschule hinweisen.

Die Universität Bern habe auch den Vorteil, keine spezialisierte Uni zu sein. «Das heisst, eine interdisziplinäre Forschung ist besser möglich. Und wichtige Fragen wie etwa die Migration können nur interdisziplinär erforscht werden.» Mit entsprechenden Plattformen soll gewährleistet werden, dass sich die Forschenden der Uni Bern besser vernetzen.

Drittfinanzierungen werden immer wichtiger

Rektor Christian Leumann betont auch, dass die Universität in Zukunft in der Forschung immer mehr auf Drittmittel und bei der Ausbildung auf kantonale Mittel setzen wird. Eine gute Möglichkeit für Drittmittel seien die Stiftungsprofessuren. Es gebe dabei aber Grenzen: «Wir erlauben nur Stiftungsprofessuren, die thematisch an ein Gebiet anknüpfen, das an der Uni Bern bereits vertreten ist.» Die Unabhängigkeit müsse jederzeit gewährleistet sein.