Rinder-Tuberkulose im Kanton Freiburg

Erstmals seit rund 50 Jahren ist in der Schweiz Rinder-Tuberkulose festgestellt worden. Die Krankheit ist übertragbar.

Die Behörden haben über die gesamte betroffene Herde eine Sperre sowie eine Milchliefersperre verhängt. Die epidemiologische Untersuchung ist im Gange, wie die Freiburger Kantonsregierung am Dienstag mitteilte. Jedes Tier der Herde werde getestet, um gegebenenfalls reagieren zu können. Alle erforderlichen Massnahmen zur Bekämpfung dieser Tierseuche seien ergriffen worden.

Die betroffene Kuh aus einem Stall in Gibloux wurde Anfang März geschlachtet. Sie gab bereits seit mehr als einem Monat keine Milch mehr.

Auch auf Menschen übertragbar

Die Rinder-Tuberkulose kann laut den Behörden in gewissen Fällen auch auf den Menschen übertragen werden. Sei es durch den Konsum von Rohmilch, von nicht pasteurisierten Produkten oder durch den direkten Kontakt mit einem infizierten Tier. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) habe eine Risikobeurteilung des aus dieser Milch hergestellten Käses vorgenommen. Die abgelieferte Milch sei indes nur für die Verarbeitung von hitzebehandelten Milchprodukten verwendet worden. Diese Produkte seien aufgrund der Hitzebehandlung und der anschliessenden Reifedauer aus mikrobiologischer Sicht als sicher einzustufen, schreibt der Kanton in seiner Mitteilung.

 Ansteckungsquelle der Bovinen Tuberkulose können entweder andere Nutztiere oder Menschen sein. Der Schweizer Nutztierbestand galt seit den 60er-Jahren als tuberkulosefrei. Das Überwachungsprogramm basiert auf den Kontrollen in den Schlachthöfen. In den Nachbarländern - Frankreich, Deutschland und Österreich - werden wieder vermehrt Fälle von Boviner Tuberkulose in Nutz- und Wildtierherden registriert, insbesondere bei Hirschen und Dachsen.