Rostige Passerelle: «Der Eiffelturm von Kerzers»

Die SBB will eine alte, rostige Brücke in Kerzers abreissen. Bahnfans wehren sich. Sie wollen die Passerelle erhalten und ein Zentrum für Bahninteressierte einrichten.

Früher gab es an vielen Bahnhöfen eine stählerne Eisenbahnbrücke für Fussgänger über die Gleise. Heute ist die über hundertjährige Passerelle beim Bahnhof Kerzers eine der letzten dieser Art in der Schweiz.

«Die Konstruktionsart ähnelt der des Eiffelturms in Paris», sagt Beat Winterberger im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Der ehemalige SBB-Mitarbeiter setzte sich schon für den Erhalt des alten Stellwerks in Kerzers ein. «Die Passerelle ist das Wahrzeichen von Kerzers.»

Nicht nur deshalb will Beat Winterberger die Brücke erhalten. «Zusammen mit dem alten Stellwerk und anderen Anlagen bildet die Passerelle eine schöne, historisch wichtige Einheit.» Dank ihr könne man gut nachvollziehen, wie der Bahnbetrieb früher funktionierte.

Die Paserelle ist seit einem Jahr für Fussgänger gesperrt. Befinden sich zu viele Personen auf der Brücke, könnte sie einstürzen. Die SBB hat den Bahnfans ein Angebot unterbreitet: Übernehmen Personen für die nächsten Jahrzehnte die Verantwortung und zahlen 200‘000 Franken für die Renovierung in einen Fonds ein, übergibt die Bahn den Bähnlern die Brücke – und zwar saniert.

Beat Winterberger sucht deshalb nach Geld und Personen, die sich für die Brücke einsetzen. Und er träumt von einer Art Freilichtmuseum für Bahnfans in Kerzers. Bis Ende November wird sich voraussichtlich entscheiden, wie es mit der Brücke weitergeht. Der Kanton Freiburg hat sich mittlerweile eingeschaltet und Unterstützung zugesichert.