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Rutschgebiet Schwarzsee Der psychische Stress der Anwohner

Die Leute wollen weg. Doch solange Leib und Leben nicht gefährdet sind, zahlt die Gebäudeversicherung keine Umsiedlung.

Legende: Audio Wenn der Hang kommt: die Reportage vom Hohberg abspielen. Laufzeit 5:19 Minuten.
5:19 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 13.03.2018.

Am Hohberg rutscht rund eine Million Kubikmeter Erde talwärts – auf einer Länge von zwei Kilometern und einer Breite von 300 Metern. Aber nur sehr langsam, sagt Revierförster Franz Thalmann. Momentan sei das Leben der Leute nicht gefährdet. Er und ein Ingenieurbüro machen regelmässig Messungen.

Mann im Gelände
Legende: Revierförster Franz Thalmann bei einer Messstation. Der Farbstrich hat sich in einem Monat um über einen Meter verschoben. SRF

Die Alpwirtschaft Ludena ist stark betroffen. Jean-Claude Ullmann fürchtet sich und läuft stets mit seiner Wasserwaage umher. Er schläft ruhiger auswärts. Das Wohnhaus hat zwar erst wenig Schäden, aber der Stall ist einsturzgefährdet.

Riss in Mauer
Legende: Der Stall der Familie Ullmann bricht sozusagen auseinander. Hier hätte eigentlich eine Pferdepension entstehen sollen. SRF

Weiter unten liegt das Quartier Gerendacherli. Vorerst sind etwa drei der dreissig Häuser betroffen. Um das Haus der Familie Fleischlin hat es überall Risse. Das Haus ist vierzig Zentimeter gerutscht. Die Familie hält es kaum mehr aus und möchte wegziehen.

Garten
Legende: Den Blick auf ihren Garten und den Schwarzsee kann Franziska Fleischlin nicht mehr geniessen. SRF

Das Problem: Den Umzug müssten sie auf eigenen Kosten machen. Solange niemand ein langfristiges Wohnverbot ausspricht, bezahlt die kantonale Gebäudeversicherung auch keine Umsiedlung.

Porträt
Legende: Gemeindeammann Otto Lötscher liess die Strasse flicken und bietet den betroffenen Anwohnern moralische Untertützung. SRF

Auch der Gemeinde Plaffeien sind die Hände gebunden. «Wir haben ein offenes Ohr und helfen, wo wir können», sagt Ammann Otto Lötscher. Die Rutschung könne man aber nicht aufhalten.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Wenn der Hang erst mal gekommen ist und die Häuser samt Bewohner unter den Schuttmassen liegen braucht man auch niemanden mehr umzusiedeln... kommt bedeutend billiger. Ich finde das übrigens weder lustig noch gut, aber leider sind "wir" heute mehr und mehr nur noch um unser eigenes momentanes höchstpersönliches Wohlergehen besorgt. Die Sache mit dem "ganz langsamen Rutschen" erinnert mich an das langsame Rutschen des Hanges des Monte Toc 1963 in Italien, welches falsch eingeschätzt wurde...
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