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Samuel Schmid «Wir brauchen kluge Frauen und Männer, die Lösungen suchen»

Nach seinem Auftritt beim IOC spricht der Alt Bundesrat über die Verrohung der Sitten, Grosskinder und das Universum.

Legende: Audio Samuel Schmid über die grosse und seine kleine Welt (10.12.2017) abspielen. Laufzeit 18:02 Minuten.
18:02 min, aus Regi BE FR VS vom 10.12.2017.

Neun Jahre nach seinem Rücktritt aus dem Bundesrat hatte Samuel Schmid diese Woche einen grossen Auftritt, er präsentierte den Bericht zur Dopingaffäre Russlands an den Olympischen Winterspielen 2014.

Als Sonntagsgast im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF schaut er weiter in die Welt hinaus – und erzählt aus seiner persönlichen «kleinen Welt».

Was ihm an der Schweizer Politik zu denken gibt: Samuel Schmid spricht von einer Verrohung der Politsitten. Früher seien kompromissfähige Leute Vorbilder gewesen. Heute würden sie Weichspüler oder Softies genannt. Die Fähigkeit zu Kompromissen sei derzeit nicht ‹in›. «Das ist nicht zu unserem Vorteil.»

Globale Herausforderungen, zum Beispiel die Migration: Gemeinhin werde gesagt, man nehme Wirtschaftsflüchtlinge nicht auf. «Aber wenn jemandem der Boden austrocknet – wo soll er denn hin?» Auch die Überfremdung sei nicht problemlos, man könne sie nicht endlos ausbauen. Also gebe es schwierige Fragen zu lösen. «Darum brauchen wir kluge Frauen und Männer, welche konstruktiv an Problemen arbeiten.»

Optimismus: Er sei oft in der Natur, erzählt Samuel Schmid. Sie habe eine Kraft, die mächtiger sei als die Zänkereien der Menschen. «Ich bin überzeugt, dass das Leben überlebt. Ob der Mensch dabei sein wird, das kann ich nicht garantieren.» Es komme darauf an, ob sich der Mensch in das Leben einfüge oder weiterhin meine, er stehe über allem.

Seine Grosskinder: Er sei froh, dass er jetzt mit ihnen Sachen erleben könne, die er seinerzeit als Vater verpasst habe. «Es ist ein Wunder, wie bei einem kleinen Kind ein Lebensgeist erwacht.» Die Kinder sähen sofort, wo die Erwachsenen ihre Schwächen hätten und nutzten diese aus. «Das ist wie ein Pflänzchen im Wald, das viele Tannen über sich hat. Aber es sucht die Sonne und findet sie.»

Was er in der Politik gelernt hat, das in der Erziehung von Kindern nützlich ist: Was man immer vorleben könne, sei Verantwortungsgefühl. Dass man nicht in erster Linie an die persönlichen Ziele denken solle. «Man hat die eigenen Ziele in Verantwortung dem Ganzen gegenüber zu verfolgen.» Aber Kinder sollten auch einfach Kinder sein können. «Ich habe mit meinen Kindern auch schon Feuerwehrübungen gemacht, mit dem Gartenschlauch.»

Womit er sich seit seiner Pensionierung beschäftigt: Er interessiere sich sehr für Geschichte, sagt Samuel Schmid. «Wir sind geprägt von Dingen, die wir selber nicht erlebt haben.» Wenn man die Geschichte studiere, beginne man, die Menschen besser zu verstehen. Auch mit dem Verhalten der Tiere habe er sich beschäftigt, bei ihnen entdecke man oft menschliche Züge. Und die Astronomie fasziniere ihn. Da verstehe er Vieles nicht. «Aber ich habe die Fähigkeit nicht verloren, zu staunen.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Alt-Bundesrat Schmid war auch einer, der die "Anstandspartei" BDP als erster mitprägte (er trat aus der SVP aus und in die BDP ein). Heute ist die BDP am vollständigen verschwinden und die "anstandslose" SVP ist immer noch die wählerstärkste Partei im Land geblieben! Dieses Faktum hinderte aber Samuel Schmid nicht daran, auf einer hohen Weltbühne eine "Sonntags-Schulpredigt" über den fehlenden Anstand in der schweizerischen Politlandschaft zu halten!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Es braucht wieder Einsicht und Erziehung zu notwendigen Werten in der Gesellschaft der Menschen weltweit wie: Respekt, Rücksichtnahme, Wertschätzung, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft!!
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  • Kommentar von Christoph Lorenz Aeberhard (Kuli)
    Genau so ist es es bringt nichts auf dem herum zuhacken was gegebener Zustand ist erfolgreich ist den Landschaden so klein als möglich zu halten ohne deren grosse Vorwürfe und dass auf jeder Stufe in der Wirtschaft jedoch in den Ämtern wird dem wenig Rechnung getragen da der Neid dazwischen liegt
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