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Schneemengen in den Bergen Was, wenn all der Schnee schmilzt?

Es wird wärmer, die Temperaturen steigen, die Schneemassen schmelzen. Das berge Gefahren, sagt der Hydrologe beim Bund.

Legende: Audio David Volken: «Es kann zu Hochwasser kommen» abspielen. Laufzeit 8:36 Minuten.
8:36 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 12.03.2018.

SRF News: Mit den steigenden Temperaturen beginnen die enormen Schneemassen in den Walliser Bergen zu schmelzen. Was für Auswirkungen wird das haben?

David Volken: In den Bergen liegt noch sehr viel Schnee. Auf einer Höhe von 2000 Metern hat es noch rund zwei Meter Schnee. Im Lötschental auf rund 2700 Metern liegen immer noch 4,5 Meter Schnee.

Diesen Winter gab es nördlich und auch südlich der Rhone sehr grosse Schneemassen. Wenn es jetzt wärmer wird, beginnt der Schnee zu schmelzen und die Pegel der Flüsse steigen an.

Wie hoch schätzen Sie das Hochwasserrisiko ein?

Es ist schwierig zu sagen, wie gross die Hochwassergefahr genau ist. Nach dem Lawinenwinter 1999 kam es im Frühling zu einem Jahrhunderthochwasser in Basel. Damals regnete es im Frühling stark. Dies führte zusammen mit den Schneemassen zu einer extremen Situation.

Dieses Jahr wird es nur dann zu einer akuten Hochwassergefahr kommen, falls es viel Regen gibt, der zum Schmelzwasser hinzukommt. Entscheidend ist also, wie das Wetter im Frühling wird.

Wie sieht es im Berner Oberland aus, besteht dort eine ähnliche Hochwassergefahr wie im Wallis?

Die Gefahr im Berner Oberland ist weniger gross als im Wallis. Dort war es im Winter wärmer, viel Schnee ist bereits geschmolzen. In Adelboden beispielsweise liegt kein Schnee mehr. Unterhalb von 1500 Metern ist er praktisch überall weg.

Das Gespräch führte Silvia Graber.

Kantone Bern und Wallis: Wachsame Behörden

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«Alle, die im Wallis mit Naturgefahren zu tun haben, sind im Moment sehr wachsam», sagt Raphaël Mayoraz, der Kantonsgeologe im Wallis. «Weil es noch kalt ist in den Bergen, ist die Situation nicht kritisch derzeit. Aber ab Mitte April steigt die Gefahr.» Die Lage sei vergleichbar mit den Jahren 1999 und 2013, als auch sehr viel Schnee lag. «Aus diesen Jahren haben wir viel gelernt», so Mayoraz. Heute sei die Überwachung mit Messstationen und Webcams viel besser.

Auch im Kanton Bern sind die Behörden wachsam. Nils Hählen, Abteilungsleiter Naturgefahren im Amt für Wald sagt, es gebe ein Potential für Überschwemmungen. «Aber dafür muss es erst viel regnen», so Hählen. Diese Woche will der Kanton Messungen machen, wie viel Wasser im Schnee ist. Auf dieser Basis werde die Situation beurteilt und gefährdete Gemeinden informiert.

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