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Bern Freiburg Wallis Schon vor Jahren gab es erste Anzeichen von Missbräuchen

Ein Schulsozialarbeiter soll im Kanton Bern 20 Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Die meisten Übergriffe fanden im Kanton Bern statt. Wie Recherchen zeigen, klärte eine der betroffenen Gemeinden bereits 2002 entsprechende Gerüchte ab. Diese liessen sich jedoch nicht erhärten.

Legende: Video Pädophiliefall im Kanton Bern abspielen. Laufzeit 02:51 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 13.03.2013.

Im Kanton Bern kam es erneut zu einen grösseren Fall von sexuellem Missbrauch an Kinder und Jugendlichen. Wie die Kantonspolizei Bern am Dienstag meldete, soll der Mann in den letzten etwa fünfzehn Jahren sexuelle Übergriffe auf rund 20 Kinder und Jugendliche begangen haben. Er  war als Schulsozialarbeiter tätig, wie Recherchen des Regionaljournals BE FR VS zeigen. Unter anderem auch in der Berner Vorortsgemeinde Köniz.

Erste Gerüchte kursierten bereits 2002

Die Meldung, dass der mutmassliche Täter auch an einer seiner Schulen Kinder  missbraucht haben soll, schockiert den zuständigen Könizer Bildungsvorsteher Ueli Studer. «Wir haben den Mitarbeiter sehr geschätzt. Er hat für unsere Gemeinde Pionierarbeit geleistet», sagt Studer.

Wie Recherchen des Regionaljournals BE FR VS zeigen, sah sich die Gemeinde Köniz bereits 2002 mit Gerüchten konfrontiert, wonach der Mann bereits an seinem früheren Arbeitsort ausserhalb des Kantons Bern Kinder und Jugendliche missbraucht haben soll. «Die damalige Schulbehörde ist diesen Gerüchten nachgegangen und hat die Vorwürfe gewissenhaft geklärt», stellt sich Studer vor seine Vorgänger.

Die Gerüchte liessen sich damals jedoch nicht erhärten. «Es stand Aussage gegen Aussage und es lag auch keine Anzeige gegen den Mann vor.» Deshalb entschieden sich die Behörden, das Arbeitsverhältnis mit dem Schulsozialarbeiter weiterzuführen. Auf die Frage, ob die Gemeinde Köniz damals genug Abklärungen getroffen hat, sagt Ueli Studer: «Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft.»

Wie die Kantonspolizei Bern auf Anfrage bestätigt, kam es nicht nur im Kanton Bern zu sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. In zwei weiteren Kantonen gibt es Opfer.

Ein Mann streichelt einen Knaben.
Legende: Als Schulsozialarbeiter in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen: Mann wegen sexuellen Übergriffen in Haft. Symbolbild/Keystone

An Schule Kontakte geknüpft

Der mutmassliche Täter knüpfte zwischen 1996 und Anfang 2012 an Schulen Kontakte zu Kindern und Jugendlichen. Diese führte er in der Freizeit weiter, worauf es laut der Mitteilung zu Übergriffen in den Wohnungen des Beschuldigten oder in gemieteten Alphütten kam. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.

Verhaftet wurde der Mann, nachdem sich im Januar 2012 eine Mutter bei der Kantonspolizei Bern gemeldet und erklärt hatte, ihre Kinder seien Opfer von sexuellen Übergriffen geworden. In der Folge nahm die Polizei umfangreiche Ermittlungen auf. In einer ersten Einvernahme gestand der Mann sexuelle Handlungen mit vier Jugendlichen. In der Folge konnte die Polizei - teilweise auch nach Hinweisen des Mannes - weitere Opfer ausfindig machen. Die meisten von ihnen waren zum Zeitpunkt der ersten Kontakte zwischen zehn und elf Jahre alt.

Deutliche Spuren im Internet

Im Verlauf der Ermittlungen wurde die Berner Kantonspolizei durch eine ausländische Polizeibehörde auf pornografisches Material aufmerksam gemacht. Dieses war in einem Internetforum getauscht worden. Auf mehreren Bildserien konnten die Berner Ermittler eindeutig den Beschuldigten identifizieren. Dadurch wurde es möglich, weitere acht Opfer ausfindig zu machen.

Die polizeilichen Ermittlungen sind soweit abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft wird den Fall demnächst überweisen. Solange kein rechtskräftiges Urteil vorliegt, gilt für den Schulsozialarbeiter die Unschuldsvermutung.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Man sollte langsam klarer sehen.. nicht selten waehlen Menschen Berufe die ihren Neigungen entgegenkommen, auch den sexuellen Neigungen. Das zu uebersehen ist schon ein Fehler, es zu laeugnen fahrlaessig. Bessere Kontrolle der Vorgesetzten etc aber auch Eltern zB bei Kinderbetreuern sollte langsam zum Standart werden.
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    1. Antwort von Beat Hartmann, Regensdorf
      Lieber Herr Nanni Ganz ihrer Meinung, herzlichen Dank auch für Inputs wie man dies bewerkstelligen kann, bin einerseits selber in einem solchen Berufsfeld tätig und auf der anderen Seite selber Vorgesetzter von Schulsozialarbeitern.
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