Schweizer Hockey-Cup: Thun fiebert dem SCB entgegen

Der EHC Thun aus der ersten Liga empfängt den grossen A-Club SC Bern, zum Auftakt des 1. Schweizer Hockey-Cups seit 42 Jahren. Holzbänke statt VIP-Lounge im Thuner Stadion sind vielleicht ein Kulturschock für die Profis aus Bern. Aber die Thuner zelebrieren das Spiel mit grosser Vorfreude.

Vor der Thuner Eishalle Grabengut herrscht emsiges Treiben. Die ganze 1. Mannschaft des EHC Thun hilft beim Aufbau von Zelten und Gäste-Lounges, hängt Fahnen auf und stellt Absperrgitter bereit. Wenige Stunden vor dem Cup-Spiel gegen den grossen SC Bern gibt es für den Gastgeber aus der 1. Liga noch viel zu tun.

«Wir sind bereit. Aber es war eine Riesenarbeit», bestätigt EHC-Sportchef und Vizepräsident Alex Reymondin. «Aber wir freuen uns auf den Match. Und unsere Jungs sollen es auch geniessen können und das Beste daraus machen.» Der Sportchef weiss schon, dass ein Sieg eine Sensation wäre. Aber er sagt: «Wir werden alles geben, um unser Fell so teuer wie möglich zu verkaufen.» Und überhaupt sei es wunderbar, dass einer auf die Idee gekommen sei, den Hockey-Cup wieder zu beleben.

Voodoo, Geist von Spiez und der Butler

Der EHC Thun rüstet nicht nur das ehrwürdige Thuner Grabengut-Stadion für den Match aus, mit zusätzlichen Tribünen und getrennten Fan-Zonen, die sonst in diesem gemütlichen Stadion nicht üblich sind. Auch die Mannschaft selbst zelebriert freudig den Auftakt zum 1. Schweizer Hockey-Cup seit 42 Jahren. Ein Voodoo-Zauberer beschwor den Kampfgeist, ein Mittagessen in Spiez soll am Wunder von Spiez von 1954 anknüpfen, ein Butler las den jungen Spielern am Tag vor dem Spiel jeden Wunsch von den Augen ab. «Ach, ich freue mich einfach. Diesen Tag kann uns niemand mehr nehmen. Und dann geben wir auf dem Eis Vollgas», lacht Silvan Hebeisen aus der 1. Mannschaft. Schliesslich habe er den Match YB gegen Buchs im Fussball-Cup auch gesehen, bei dem der Favorit kläglich unterging.

Der SCB hütet sich vor Leichtsinn

Für den SC Bern ist der Cup gegen die unterklassigen Thuner ein Spiel, bei dem man mit voller Stärke antritt. «Wir wissen ja nicht so recht, wie stark die Thuner sind. Wir wollen sie auf jeden Fall nicht unterschätzen», resümiert SCB-Sportchef Sven Leuenberger. Für ihn und seine Mannschaft ist der Ausflug nach Thun jedenfalls mehr als eine Pflichtübung. «Wir freuen uns. Auch für uns ist der Cup etwas Neues.» Es werde jedenfalls ein Erlebnis für beide Mannschaften. «In Thun spielt der eine oder andere vielleicht das erste Mal gegen einen Gegner aus der Nationalliga A. Und wir gehen raus - auch mal in ein Stadion, bei dem nicht alles völlig perfekt und NLA-like ist.»