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Bern Freiburg Wallis Sechs Schwerverletzte nach heftigem Sturm bei Bieler Turnfest

Die Bilder von vergangener Woche sind noch nicht vergessen: Heftige Unwetter haben in Biel nun erneut für einen Unterbruch des eidgenössischen Turnfestes gesorgt. Dabei wurden 39 Personen verletzt, einige davon schwer. Am Nachmittag ist über die Westschweiz eine heftige Gewitterfront gezogen.

39 Verletzte, davon sechs Schwerverletzte: Das ist die Bilanz des Sturms, der über das Gelände des Eidgenössischen Turnfests in der Region Biel zog. Die
Ereignisse lösten einen Grosseinsatz von Rettungsdiensten aus, wie die Polizei mitteilte.

Die Anlässe am eidgenössischen Turnfest wurden abgesagt. «Die Bilder sind noch einmal eine Stufe schlimmer als diejenigen der vergangenen Woche», sagt Michael Weinmann von «Schweiz Aktuell» vor Ort.

Verschiedene Tribünenelemente flogen durch die Luft, so Weinmann. Ebenso Stühle und Bänke. Die Menschen seien angewiesen worden, sich sofort in das Gebäude zu begeben. «Die Leute sind quasi um ihr Leben gerannt», so der SRF-Reporter.

Legende: Video Michael Weinmann zum Sturm von Biel abspielen. Laufzeit 2:57 Minuten.
Vom 20.06.2013.

«Die Leute zückten ganz instinktiv zuerst ihr Handy», berichtet Weinmann. Von einem Moment auf den anderen sei aber alles durch die Luft gewirbelt worden. «Dann hat man gemerkt, dass Angst aufkam bei den Leuten.»

20 Milimeter Regen in 30 Minuten

Gemäss SRF Meteo handelte es sich bei dem Wetterereignis um eine sogenannte Superzelle, die von Genf über den Jura bis in die Nordwestschweiz gezogen sei. In Ipsach bei Biel seien Windgeschwindigkeiten von 124 Kilometer pro Stunde gemessen worden.

In Genf gingen in weniger als einer halben Stunde 20 Millimeter Regen nieder, wie SRF Meteo weiter mitteilte. Wegen Überflutungen, heruntergefallenen Ästen und entwurzelten Bäumen musste die Feuerwehr Dutzende Male ausrücken.

Das Gewitter dauerte nur rund eine Viertelstunde, wurde aber von starken Windböen begleitet. In Kürze war der Boden von Hagelkörnern mit einem Durchmesser von rund einem Zentimeter bedeckt.

Abruptes Ende der Hitzewelle

Nach einer Hitzewoche, die bereits erste Unwetter brachte, wurde am Donnerstagnachmittag die Hitzewelle mit teilweise heftigen Unwettern gestoppt. Am frühen Abend traf es vor allem die Romandie heftig.

Am Genfer Flughafen wurden Windböen mit 118 Kilometern pro Stunde gemessen, ein Messinstrument in der Nähe registrierte gar 130 Kilometer pro Stunde. Der Wind verschob einige kleine, leichte Flugzeuge. Ein Container kollidierte mit einem Linienflugzeuge.

Auch ins Flughafengebäude drang Wasser ein, wie Sprecher Bertrand Stämpfli sagte. Auf dem Rollfeld sammelte sich Wasser an. Der Flugbetrieb wurde laut Skyguide während rund zwanzig Minuten eingestellt.

Zugverkehr betroffen

 Zwischen Genf Flughafen und Lausanne verkehrten die Züge zeitweise mit einer Verspätung von rund 30 Minuten, wie SBB-Sprecher Jean-Philippe Schmidt sagte. Der Bahnverkehr in Richtung Bellegarde (F) war ganz unterbrochen. Auch zwischen
Neuenburg und La Chaux-de-Fonds fielen die Züge wegen des Unwetters aus. Im Grossraum Neuenburg war der Bahnverkehr zeitweise eingeschränkt.

Erst in der zweiten Nachthälfte Beruhigung

Am Abend muss mit weiteren, teils schweren Gewittern gerechnet werden. Gefährdet scheint vor allem die Nordwestschweiz und der Hochrhein. Erst nach Mitternacht wird sich die Wetterlage schweizweit beruhigen. Morgen gibt es einige Schauer und vor allem in den Bergen und im Süden kann es noch lokale Gewitter geben, sie werden aber von bedeutend geringerer Heftigkeit sein, als heute.

39 Kommentare

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  • Kommentar von Franco Caroselli, Innertkirc^hen
    Es macht mich sehr nachdenklich wie die Medien nach Verantwortlichen suchen. Dabei wer gesunden Menschenverstand walten lässt, weiss, wie man 15000 Besucher bei schönem Wetter überzeugen kann das Gelände zu verlassen?? Wenn man Konzequent sein will, müsste man ab heute bei jedem Anlass sei es am Schwingfest Burgdorf, Schwägalp, Turniere, bei jedem gemeldetem Wetteralarm alles abbrechen und evakuieren?? Meine Hochachtung an das OK des Turnfestes!! TV Meiringen
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  • Kommentar von andré piquerez, ebikon
    "Die Leute zückten ganz instinktiv zuerst ihr Handy" - hahah was für ein Instinkt? Für solche Tage wäre doch die Wettervorhersage noch nützlich....die haben das Wetter richtig vorhergesagt, dass vor allem im Westen sehr starke Gewitter kommen werden - das war ja eigentlich im Voraus zu sehen, was da kommt...die Ignoranz der Verantwortlichen dieses Turnfestes ist schuld dafür dass es so ein Drama geworden ist oder nicht? Der Witz ist ja, dass schon vor 1 Woche alle Zelte davongeweht wurden....
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    1. Antwort von HANS LEHMANN, 3272 WALPERSWIL
      Um 18:24h wollten wir den TV Büren a/A. beim Team-Aerobic anschauen. Aus diesem Grunde sassen wir auf der Haupttribüne. Betreffend Wettervorhersage: 1. Wer übernimmt die Verantwortung die Sportler und Zuschauer bei Sonnenschein zu Evakuieren? 2. Von Ignoranz kann keine Rede sein. 3. Der Witz ist dass alle Besserwisser einen solchen Anlass locker durchführen würden. 4. Eigenverantwortung: Diese haben wir als Zuschauer umgesetzt und uns in Sicherheit gebracht. Turner geben nicht so schnell auf.
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  • Kommentar von Lauber Sascha, Klosiweg 18 Naters
    Tornado vorboten? unglaublich diese Windstärken. Bei szene 0.23 min wo die kamera vom wolkenband auf den boden schwenk das gleicht einer Sturmsituation vor einer Entstehung eines Tornados. Es sind dunkle wolkenbänder am himmel die aussehen als würden sie rotieren und der starke wind sieht aus wie als ob alles extrem stark angesaugt werden würde Wie ein mesozyklonischer Prozess welcher vor einem Tornado zu stande kommt. habe mich extrem mit tornados befasst,- das nachtessen musste ich abbrechen
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