Seltenes Ereignis: Stausee im Oberland ist leer

Wegen eines Bauvorhabens haben die Kraftwerke Oberhasli den Stausee Räterichsboden im Grimselgebiet entleert. Fische mussten umziehen.

Eine Staumauer, davor eine Schnee- und Steinwüste.

Bildlegende: Nach mehr als 20 Jahren ist der Räterichsbodensee nun wieder einmal leer. zvg

Das sieht man nicht alle Tage: Der Stausee Räterichsboden im Berner Oberland ist komplett geleert. Das war das letzte Mal 1991 der Fall. Die Kraftwerke nehmen derzeit ein Bauprojekt im Angriff – und mussten deshalb das Wasser ablassen. Zuvor wurden rund 1700 Fische aus der Aare gefischt und gezügelt.

Gemeinsam mit den Fischerei-Vereinen und den kantonalen Stellen wurden die Fische in benachbarte Gewässer und in die Fischzuchtanlage Meiringen gebracht, wie aus einer Mitteilung der Kraftwerke Oberhasli (KWO) vom Montag hervorgeht.

Der Umzug wurde nötig, weil mit der Entleerung des Stausees Sedimente in die Aare geschwemmt und diese getrübt wurde. Der See-Entleerung ging eine mehrjährige Planung voraus. «Die Vorbereitungsmassnahmen waren sehr umfangreich», betont Kraftwerk-Sprecher Ernst Baumberger. Grund für die Entleerung des Stausees ist die Erweiterung des Kraftwerks Handeck 2 mit dem Bau eines neuen Stollenanschlusses.