Sicher über die Fussgängerstreifen im Kanton Bern

Das Tiefbauamt hat alle rund 3100 Fussgängerstreifen im Kanton Bern überprüft. Etwa ein Fünftel wird nun saniert. Mit mehr oder weniger Aufwand.

Der sanierte Fussgängerstreifen in Belp.

Bildlegende: Ein «Vorzeige-Fussgängerstreifen» in Belp: Sicherer unter anderem dank einem Mittelstreifen. Elisa Häni/SRF

Der Fussgängerstreifen im Dorfzentrum von Belp war mitten in einer Kurve. Dazu hat Gebüsch die Sicht verschlechtert. Was wurde geändert? «Wir haben den Fussgängerstreifen um 40 Meter verschoben, ihn aus der Kurve herausgenommen. Die Kurve konnte verbreitert werden und dadurch konnte man eine Mittelinsel einbauen», sagt Pierre Ballmann vom kantonalen Tiefbauamt. Weiter wurde eine LED-Beleuchtung installiert und ein Hinweisschild.

Der Fall sei typisch für Fussgängerstreifen im Kanton Bern, sagt Pierre Ballmann: «Ein einfaches, recht kostengünstiges Beispiel, das man rasch umsetzen kann.»

In anderen Fällen sind die Herausforderungen grösser, etwa wenn Häuser direkt an der Strasse stehen oder für eine Verbreiterung Land von Privaten gebraucht wird. Dann kann es dauern, bis eine Sanierung möglich ist.

Wenn es keine Lösung gibt, wird auch einmal ein Fussgängerstreifen aufgehoben. Dann müssen die Leute etwas weiter laufen oder ohne Streifen über die Strasse gehen - dafür vielleicht mit mehr Aufmerksamkeit.

Die Sanierung von 676 Fussgängerstreifen im Kanton Bern wird diesen insgesamt etwa fünf Millionen Franken kosten. Das macht rund 7500 Franken pro Fall.

Reaktion auf Unfall-Serie

Nach einer Serie von tödlichen Unfällen im Jahr 2011 (damals kamen im Kanton Bern neun Personen auf Fussgängerstreifen ums Leben) liess die Verkehrsdirektion alle rund 3100 Fussgängerstreifen im Kanton Bern überprüfen. Bei rund einem Fünftel (676 Fälle) wurde Handlungsbedarf festgestellt. Unterdessen ist etwa die Hälfte erledigt, wie Verkehrsdirektorin Barbara Egger an einer Medienorientierung in Belp sagte. Priorität haben die Fussgängerstreifen auf Schulwegen.