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Sion 2026 «Man glaubt im Wallis nicht an kleine, feine Spiele»

Das Wallis hat sich bereits dreimal vergeblich für olympische Winterspiele beworben – letztmals 2006. Eine Einschätzung.

Blick auf die Stadt Sitten.
Legende: Die Region Sitten wäre das Zentrum der Olympischen Winterspiele 2026. Keystone

Wie fest steckt den Walliserinnen und Wallisern die Absage von 2006 noch in den Knochen?

Priska Dellberg: Ich höre immer wieder Leute, die sagen, das wolle man sich nicht noch einmal antun. Damals war man im Wallis ziemlich siegessicher und fiel nach der Absage beinahe in eine kollektive Depression.

Priska Dellberg im Porträt.
Legende: SRF Wallis-Korrespondentin Priska Dellberg. Christian Strübin/SRF

Auch heute fällt mir auf, wie viele Menschen sich immer noch an die damalige Verkündung von Turin als Austragungsort erinnern.

Aber: Der Hauptgrund der Skepsis heute ist der fehlende Glaube daran, dass 2026 wirklich kleine, feine Spiele werden könnten, so wie das die Promotoren der Kandidatur immer wieder betonen. Man traut deren guten Absichten nicht so ganz.

Wie steht es um die Unterstützung der Spiele in der Walliser Politik? Sieht man Winterspiele im Wallis eher als Chance oder als Risiko?

Das kommt darauf an, wo man politisch steht. Goodwill für Olympia ist grundsätzlich eher auf bürgerlicher Seite zu spüren. Die FDP – die Partei des Walliser Sportministers Frédéric Favre – stand schon immer hinter der Kandidatur «Sion 2026».

Auch heute fällt mir auf, wie viele Menschen sich immer noch an die Niederlage von 2006 erinnern.
Autor: Priska DellbergKorrespondentin SRF Wallis

Die SVP ist sich nicht einig. Vor allem Vertreter aus dem Unterwallis äusserten sich kritisch zu Olympischen Spielen im Kanton. Die SVP Oberwallis sieht Olympia als Chance. Und auch die CVP sagt zu Olympia «Ja».

Kritisch sehen die linken Parteien die Walliser Olympiapläne. Grüne und Sozialdemokraten stehen der Kandidatur Sion 2026 klar ablehnend gegenüber.

Im Juni 2018 wird das Stimmvolk zur Kandidatur «Sion 2026» Stellung nehmen können. Haben die Walliserinnen und Walliser dann wieder Lust auf Olympia?

Im Moment spüre ich alles andere als Begeisterung im Wallis. Aber im Gegensatz zu den Bündnern oder der Bevölkerung im Tirol sagten die Walliser schliesslich bereits dreimal «Ja» zu Olympischen Spielen.

Wenn es den Initianten gelingt, der Bevölkerung klarzumachen, dass Olympische Spiele dem Tourismus helfen – der im Wallis einen wichtigen wirtschaftlichen Stellenwert hat, dann könnte es mit dem Olympia-Ja im Wallis klappen.

Priska Dellberg ist seit 2015 Korrespondentin von Radio SRF im Wallis.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    Der oder die Kantone, der/die diese Winterspiele umsverheien will/wollen, soll/sollen dann auch alleine für die Defizitgarantie einstehen (müssen). Es ist eine unglaublich arrogante Zwängerei, was der Bundesrat nach so vielen "Nein" hier wieder aufgleisen will. Zumal es in der gesamten Bergregion immer weniger Schnee gibt und dieser dann auch noch mittels Schneekanonen = energetischer Blödsinn, "beschafft" werden muss.
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