Zum Inhalt springen

Skywork vor möglichem Aus «Ich mache alles Menschenmögliche, um den GAU zu verhindern»

Die Flüge von Sonntag und nun auch Montag fallen aus. Für den Moment ist die Berner Fluggesellschaft Skywork am Boden.

Die finanziell unter Druck geratene Berner Regionalfluggesellschaft Skywork Airlines setzte ihren Flugbetrieb am Sonntag aus. Betroffen waren sechs Flüge. Für die betroffenen Passagiere wurde eine Ersatzlösung organisiert.

Am Sonntag hat Skywork auf ihrer Website den Text angepasst, demnach fallen auch die Flüge von Montag, 30. Oktober 2017 aus.

Entscheid erst am Montag

Grund für das vorläufige Grounding ist die nach wie vor fehlende Betriebsbewilligung für den Winterflugplan. Auch über das Wochenende suche Skywork weiter intensiv nach einer Lösung, wie die Medienstelle am Sonntag schreibt. Das könne allerdings «nur in einer reduzierten Form geschehen, da Institutionen (z.B. Banken) geschlossen und wichtige Entscheidungsträger nur beschränkt erreichbar» seien. Darum seien konkrete Schritte/Massnahmen erst am Montag zu erwarten.

Im Moment haben wir keinen Nachweis, dass Skywork die Finanzierung des Flugbetriebs sicherstellen kann.
Autor: Urs HoldereggerSprecher Bundesamt für Zivilluftfahrt

Ob es sich dabei um den Beginn des definitiven Groundings handelt, ist noch offen. CEO Martin Inäbnit schreibt: «Die Homebase Bern für Skywork Airlines ist zu klein, um einen Ganzjahresbetrieb kostendeckend zu betreiben». Man wolle deshalb ausserhalb von Bern wachsen, und deshalb sei der Finanzbedarf per 2018 um einiges höher als bisher.

Inhäbit betont die Wichtigkeit von Flugverbindungen von und nach Bern. «Zu diesem wirtschaftlichen GAU darf es nicht kommen, und ich mache alles Menschenmögliche, um dies zu verhindern», schreibt er.

Wir haben ein geniales und kreatives Team, Kampfgeist und Spirit. Aber wir haben zu wenig Sicherheiten.
Autor: Martin InäbnitCEO SkyWork

Skywork habe keinerlei Bankkredite offen und verfüge über Bar-Deposits für Absicherungen etwa bei Kreditkartenfirmen in Millionenhöhe, so der CEO. «Wir haben eine mehrjährige Strategie inklusive Businessplan. Wir haben ein geniales und kreatives Team, Kampfgeist und Spirit. Aber wir haben zu wenig Sicherheiten und sind deshalb kaum kreditwürdig.»

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hatte Mitte Oktober bekannt gegeben, es befriste die Betriebsbewilligung für Skywork auf Ende des Sommerflugplans. Dieser galt bis am 28. Oktober 2017.

Konkurrent ist startklar

Während Skywork weiter ums Überleben kämpft, meldet sich am Sonntag eine andere Fluggesellschaft: Aria Airways will ab dem 6. November drei Flugzeuge in Bern stationieren und Berlin, Hamburg, München und Wien anfliegen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Enairam Doremi (Enairam Doremi)
    Ernst Küng Nestor 55 Basel Herr Küng, Bern ist die Hauptstadt der Schweiz und Billigflüge gibt es ab Belp keine - dies nur zu Ihrer Information. Sie können ruhig reden in Basel, mit dem Flughafen "gleich nebenan" während wir von hier es nicht so bequem haben und auch nicht in Easy Jet Maschinen einsteigen können. Ohne Flugplatz ist Bern noch mehr abgeschnitten und man müsste so langsam daran denken, die Hauptstadt anderswohin zu verlagern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Moritz Rufer (MR2)
    Traurig... Das bazl hat wohl immer noch nicht begriffen, wie wichtig diese Airline für den Wirtschaftsstandort Bern ist! Die Kosten, die das Grounding verursachen würden, werden vehement höher sein, als die Kosten, die allenfalls entstehen würden, wenn Skywork weiterfliegen kann! Dieses unglaublich dumme Getuhe des bazl schadet in erster Linie Allen, die mit dem Wirtschaftsstandort Bern zu tun haben (und das heisst, der ganzen region Bern!)!!! Die Folgen sollten allen klar sein!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Dani Queren (Queren)
    Kann mir gut vorstellen, dass Bern ein Problem mit der Geschwindigkeit von Flugzeugen hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Raymond Klaus (Ray)
      Alles Quatsch....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen