«Solid läbe u wärche»: So wird man 107 Jahre alt

Werner Tschaggelar aus Worb gehört zu den ältesten Schweizern. Bis Ende letztes Jahr lebte der als «Behördenschreck» bekannte Bürger daheim in seinem Haus - betreut von der Spitex, umsorgt von seinen drei Töchtern. Nach dem Tod seiner Frau zügelte Tschaggelar in ein Pflegeheim.

Der 107-jährige Worber Werner Tschaggelar in seinem Zimmer im Pflegeheim.

Bildlegende: Er ist erst seit kurzer Zeit im Pflegeheim. Der 107-jährige Worber Werner Tschaggelar wird am neuen Wohnort gut betreut. SRF

Werner Tschaggelar ist müde von seinem langen Leben. Mit kleinen Schritten geht er am Rollator durch die Abteilung im Pflegeheim, das seit einigen Monaten sein neues Zuhause ist. Immer öfter sitzt er auf seinem Rundgang im Rollstuhl.

Werner Tschaggelar erinnert sich. In seinem Zimmer mit Aussicht auf Wiese, Wald und Berge kommt ihm seine Dienstzeit in der Armee in den Sinn. Oder sein Berufsleben als Handwerker.

Immer wieder fällt ihm der unerbittliche Streit ein, den er mit seiner Heimatgemeinde Worb über Jahrzehnte ausgefochten hat. Er fühlt sich um die Strassenzufahrt zu seinem Haus betrogen, welche die Gemeinde geschlossen hat. Am meisten aber denkt der 107-Jährige an seine Frau. Hanni Tschaggelar starb 2013 im Alter von 102 Jahren.

Rezept für ein langes Leben

«Zäme schaffe», nennt Werner Tschaggelar das Erfolgsrezept seiner fast 80-jährigen Ehe mit Hanni. Er habe als Schreiner und Werkzegschärfer den Betrieb geführt. Seine Frau habe sich um die Buchhaltung gekümmert, erzählt der Vater von drei Töchtern. «Solid läbe u wärche», bezeichnet er das Rezept, um 107-jährig zu werden. Er denkt gerne an sein reiches Leben zurück. Auch wenn er mittlerweile etwas müde geworden ist.

(Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis; 17:30 Uhr)