Sozialhilfequote in Biel weiter angestiegen

Vor allem Alleinerziehende sowie Ausländerinnen und Ausländer sind in der Stadt Biel von der Fürsorge abhängig. Insgesamt werden knapp 12 Prozent der Bevölkerung von der Sozialhilfe unterstützt - so viel wie in keiner anderen Schweizer Stadt.

Belebte Strasse in Biel, mit Fussgängern, Autos, Läden.

Bildlegende: Die Stadt Biel kann ihr Image als Sozialhilfe-Hochburg noch nicht ablegen. Keystone

Zwar zählte die Stadt Biel letztes Jahr weniger neue Sozialfälle, konnte demgegenüber aber auch weniger Dossiers abschliessen. Wie in anderen Städten stieg auch in Biel die durchschnittliche Unterstützungsdauer weiter an. Die Sozialhilfe wandle sich immer mehr von einer vorübergehenden Hilfeleistung zu einer dauerhaften Existenzsicherung, heisst es von der Stadt Biel.

Verschiedene Gründe für die Zunahme

Die Fürsorge deckt laut der Stadt Biel zunehmend strukturelle Risiken ab, die die Sozialversicherungen aus Spargründen nicht mehr übernehmen. Ein anderer Grund für die hohe Sozialhilfequote ortet die Stadt Biel in ihrer Wirtschaftsstruktur. In der Region gibt es viele Industriearbeitsplätze und einen hohen Anteil an eher schlecht ausgebildeten Arbeitnehmenden. Laut einer Studie ist auch die Lage der Stadt an der Sprachgrenze ein Grund für die hohe Sozialhilfequote. Die Lage zieht viele Ausländer an, insbesondere Afrikaner. In Biel leben überdurchschnittlich viele Flüchtlinge.

Gemäss dem Kennzahlenbericht der Städteinitiative Sozialpolitik, in dem insgesamt 13 Städte erfasst werden, stieg die Sozialhilfequote in Biel im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent an. Die Stadt weist mit 11,7 Prozent die höchste Quote aus. In der Seeländer Stadt werden über 46 Prozent der Ein-Eltern-Haushalte von der Sozialhilfe unterstützt. Dazu kommen etwas mehr als 20 Prozent der Ausländerinnen und Ausländer, die ebenfalls von der Fürsorge leben.

Anstrengungen der Stadt Biel fruchten noch nicht

Die Stadt Biel hatte jüngst ihre Anstrengungen verstärkt, das Image der Sozialhilfe-Hochburg abzulegen. Dabei will die Stadt auf einen Mix aus Prävention und Repression zurückgreifen. So will die Stadt beispielsweise eine härtere Gangart gegenüber Hausbesitzern einschlagen, die ihre Häuser verlottern lassen und für teures Geld an Sozialhilfebezüger vermieten. Eine Studie kam Ende letzten Jahres zum Schluss, dass Biel überdurchschnittlich viele Risikofaktoren aufweist. Einer davon ist auch die Lage der Stadt an der Sprachgrenze. Dies zieht gemäss Studie besonders viele Ausländer, insbesondere Afrikaner, an. In der Stadt leben überdurchschnittlich viele Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene.

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