Spass und Stress bei den Freiburger Robotertüftlern

Innert weniger Stunden mussten 14 Studententeams am Freiburger Fribot-Day einen Roboter bauen, der aus Lego-Elementen zusammengesetzt ist - und sehr viel können muss. Universität und Hochschule Freiburg fordert damit das Wissen, den Einfallsreichtum und die Nerven der Tüftler heraus.

Morgens um acht war die Aufgabe verteilt: Der Roboter muss sich auf einem Parcours mit Hindernissen zurechtfinden, eine Kugel holen und diese ans richtige Ort rollen lassen, nachdem die richtige Barriere offen ist. Tönt einfach - und ist es überhaupt nicht. Und die Zeit drängt. Ab 14 Uhr messen sich die wunderlichen Dinger im Wettstreit vor Publikum. Welches Team hat den effizientesten Roboter entwickelt, gebaut und programmiert? So wird einem Gerät aus Lego-Elementen künstliche Intelligenz eingepflanzt.

«Programmieren ist hier grausam. Ein kleiner Fehler und es funktioniert überhaupt nichts. Das ist der Unterschied. Auf dem Bildschirm sieht alles gut aus. Aber ein Roboter bewegt sich im richtigen Leben», lacht Informatik-Oberassistent Ivo Blöchliger von der Uni Freiburg. Tatsächlich pröbeln und tüfteln die Teams ohne Unterlass in einem Chaos von Bauteilen, Kabel und Computer, um den Roboter zum Laufen zu bringen - und zwar so, wie er muss.

«Es ist sehr spannend und wir lernen viel. Macht Spass, ist aber auch Stress. Deshalb mache ich mit.» sagt Ismail Senhaji, der Präsident des Vereins Fribot. Einmal pro Jahr laden die Universität und die Fachhochschule für Technik und Architektur Freiburg zum Wettrennen der Roboter-Tüftler ins Auditorium Josef Deiss im Freiburger Hochschulviertel Pérolles.

Spassfaktor mit ernsthaftem Hintergrund

Auf der Wettkampfstätte geht es fröhlich, aber auch hochkonzentriert zu Werk. Es macht den etwa 50 jungen Wissenschaftlern aus Freiburg und von anderen Schulen sichtlich Freude. Aber der knifflige Spass hat in der Ausbildung durchaus nachhaltigen Nutzen.

Teamwork, das Zusammenspiel verschiedener Fachrichtungen wie Maschinenbau, Elektronik oder Informatik, Realitätsnähe und Zeitdruck sind Fertigkeiten, die die jungen Berufsleute später gut gebrauchen können, wenn ihre Arbeit zum Nutzen der Wissenschaft oder der Industrie sein muss. "Und es schärft ihr Bewusstsein, dass technische Genialität, die für uns so selbstverständlich ist, eben zuerst erarbeitet werden muss", resumiert Ivo Blöchliger.