Betroffene haben das Wort Stadt Bern erarbeitet neue Leitplanken zur Integrationspolitik

Was braucht es, damit Bern eine Stadt für alle ist? Das Kompetenzzentrum für Integration suchte Antworten auf diese Frage – bei den Betroffenen selbst: Migrantinnen und Migranten, Mitgliedern von Organisationen und Angehörigen der Stadtverwaltung.

Viele Menschen in einem Raum.

Bildlegende: Was braucht es, damit Bern eine Stadt für alle ist? Das fragte die Stadt in einer öffentlichen Diskussionsrunde. Leonie Marti/SRF

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      «Eine Plattform für politische Partizipation»

      Fordert die Isländerin Dögg Sigmundsdottir, die seit acht Jahren in Bern wohnt. «Wir leben in einer Demokratie. Da kann es nicht sein, dass ein Viertel der Berner Bevölkerung politisch kein Mitspracherecht hat.»

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      «Gleiche Chancen – egal welcher Status»

      Der Nordiraker Ismael Taisch ist vor 17 Jahren in die Schweiz geflüchtet und setzt sich jetzt selber für Flüchtlinge ein. «Die Stadt muss Türen öffnen, anstatt sie zu schliessen», findet er. Flüchtlinge, egal mit welchem Aufenthaltsstatus, sollten Arbeiten dürfen oder das Recht auf einen Sprachkurs haben.

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      «Anonymisierte Bewerbungen»

      Sonja Loosli schlägt vor, in Rekrutierungsverfahren vermehrt auf anonyme Bewerbungen zu setzen – also Bewerbungen ohne Namen und ohne Foto. «Potenzielle Arbeitgeber sollen damit sensibilisiert werden, dass im Selektionsverfahren solche Faktoren – wenn auch unbewusst – eine Rolle spielen.» Loosli arbeitet als Projektleiterin beim Schweizerischen Dachverband der Jugendorganisationen.

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      «Informationen müssen zu Betroffenen gelangen»

      Er habe selber recherchiert – und viel gefunden zum Thema Integration. «Allerdings spreche ich Deutsch. Ich frage mich, wie Migrantinnen und Migranten zu den für sie relevanten Informationen kommen», so Beat Heer. Er arbeitet im Kompetenzzentrum für Arbeit der Stadt Bern. Sein Vorschlag: Die Stadt könnte die Informationen zum Thema Integration bündeln und leichter zugänglich machen.

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      «Integration fängt bei den Kleinsten an»

      Die gebürtige Mexikanerin Erika Bernasconi hat selber Kinder und findet deshalb: «Die Integration der Kleinsten in unserer Gesellschaft ist besonders wichtig.» Sie arbeitet neu in der Direktion für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bern und will sich dafür einsetzen, dass ihr Arbeitgeber Kinder mit Migrationshintergrund und deren Eltern stärker unterstützt.

Neues Leitbild zur Integrationspolitik

Die Stadt Bern sammelt die Vorschläge und Ideen, die an der Diskussionsrunde zum Thema Integration geäussert wurden. Sie fliessen mit ein in die Erarbeitung eines neuen Leitbildes zur städtischen Integrationspolitik. Bis Ende 2017 soll das neue Leitbild stehen.