Stadt Bern macht Druck für mehr Sozialstellen

Weil der Kanton das Geld für Arbeitsintegrationsprogramme gekürzt hat, kommt die Stadt Bern auf neue Ideen: Sie will Organisationen und Betriebe mit Leistungsaufträgen verpflichten, Sozialstellen zu schaffen. Betroffen wären etwa das Stadttheater oder Bern Tourismus.

Eingang Kompetenzzentrum Arbeit an der Lorrainestrasse 52.

Bildlegende: Nebst städtischen Programmen soll es auch vermehrt Sozialstellen bei Organisationen und Unternehmen geben. SRF

Die Stadt Bern erhält vom Kanton 1,1 Million Franken weniger für Arbeitsintegrationsprogramme. Einen Teil der Ausfälle will die Stadt Bern nun selbst bezahlen. Deshalb schlägt der Gemeinderat dem Stadtrat vor, den städtischen Beitrag im Budget 2015 von bisher 900'000 Franken auf 1,4 Millionen Franken pro Jahr zu erhöhen. Trotzdem: Bern stehen im kommenden Jahr 600'000 Franken weniger zur Verfügung, um Arbeitslose wieder in den Berufsalltag zu integrieren.

Leistungsaufträge mit Sozialklausel

Wie die Stadt mitteilt, werden dem Sparstift die Bauteilbörse sowie das Textilatelier zum Opfer fallen. Der Gemeinderat der Stadt Bern will dagegen eine Fachstelle aufbauen, um Sozialhilfebezüger besser im Arbeitsmarkt platzieren zu können. Und der Gemeinderat verfolgt zudem eine neue Idee: Wer Leistungsaufträge der Stadt erhält, soll grundsätzlich dazu verpflichtet werden, Sozialstellen zu schaffen. Leistungsaufträge der Stadt haben zum Beispiel Konzert Theater Bern oder Bern Tourismus.

Man werde nicht Verträge neu verhandeln, sagt die Berner Sozialdirektorin Franziska Teuscher. «Wenn ein Leistungsvertrag ohnehin erneuert wird, setzen wir diese Massnahme um.» Dabei werde man im Gespräch mit der jeweiligen Partnerorganisation die beste Lösung suchen. «Wir wollen das nicht verordnen, die Leistungsvertragspartner müssen davon überzeugt sein, dass das eine sinnvolle Massnahme ist.»

Teufel steckt im Detail

Die neue Idee des Gemeinderats kommt bei betroffenen Institutionen gut an. «Wir haben bereits Stellen zur Arbeitsintegration und bieten gerne auch weiterhin Hand», sagt Christine Eggenberg, Direktorin der Kornhausbibliotheken. Ähnlich tönt es bei KonzertTheaterBern. Das Stadttheater arbeite schon jetzt mit Arbeitslosen oder IV-Bezügern. Hinter den Kulissen gebe es etliche Beschäftigungsmöglichkeiten, sagt Sprecherin Susanne Schäfer. «Wenn die Sozialstellen im Leistungsvertrag festgeschrieben werden, hat man aber weniger Möglichkeiten variabel zu reagieren.» Da gelte es mit der Stadt die Details gut auszuhandeln.

Die gesamte Strategie zur Förderung der beruflichen und sozialen Integration in der Stadt Bern 2014 bis 2017 kommt nun in den Stadtrat.