Stadt Bern prüft zweites Fixerstübli

In einem Pilotversuch will die Stadt Bern neben dem Standort an der Hodlerstrasse eine zweite Anlaufstelle für Drogenabhängige betreiben. Die Stadt will damit prüfen, ob das Gebiet Schützenmatte entlastet werden kann. Mögliche Standorte und die Kosten sind noch offen.

Blick ins Fixerstübli an der Hodlerstrasse

Bildlegende: Das Berner Fixerstübli an der Hodlerstrasse läuft gut, stellt für die unmittelbare Umgebung aber auch eine Belastung... Keystone

Seit 2001 betreibt die Stiftung Contact im Auftrag des Kantons Bern an der Hodlerstrasse 22 eine Kontakt- und Anlaufstelle für Drogenabhängige. Es ist die einzige Anlaufstelle in der Stadt Bern. Wie die Berner Stadtregierung in einer Mitteilung schreibt, prüft sie nun Standorte für ein zweites Fixerstübli.

«Grundsätzlich läuft der Betrieb an der Hodlerstrasse gut», sagt Regula Müller, Leiterin der Koordinationsstelle Sucht der Stadt Bern. Die Anlaufstelle stelle für die unmittelbare Umgebung im Gebiet Schützenmatte aber auch eine Belastung dar.

Im Rahmen eines Pilotprojekts will der Gemeinderat nun prüfen, ob und wie mit einem zweiten Standort das Gebiet Bollwerk/Schützenmatte/Reithalle entlastet werden könne.

Die Aufsplittung des Angebots auf zwei Standorte müsse zudem mit genügend zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet sein. Zum heutigen Zeitpunkt ist offen, welche zusätzliche Kosten anfallen und wie diese gedeckt würden, heisst es in der Mitteilung der Stadt Bern.

SVP will keine zweite Anlaufstelle

Die SVP Stadt Bern lehnt die Pläne ab. Es sei ein «falsches Zeichen», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Sie befürchtet, dass sich die Stadt Bern mit einer zweiten Anlaufstelle zu einem «Zentrum für die Drogenabhängigen aus dem ganzen Kanton und sogar noch aus den Nachbarkantonen» entwickeln würde.

Die zuständige Gemeinderätin Franziska Teuscher teilt diese Befürchtung nicht. «Personen aus Thun und solche aus anderen Kantonen sind gar nicht zugelassen», sagt sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Süchtige aus Biel seien zwar zugelassen – Biel habe aber eine eigene Anlaufstelle.

Angebot wird nicht ausgebaut

Teuscher betont auch, dass es sich bei einer zweiten Anlaufstelle nicht um einen Ausbau des Angebots handeln würde. Es sei etwa denkbar, dass ein Anlaufstelle von Montag bis Donnerstag geöffnet sei und die andere von Freitag bis Sonntag, sagt sie. Entscheidend sei, dass die Auswirkungen auf die Schützenmatte, die Reitschule sowie auf Anwohnerschaft und Gewerbetreibende im Perimeter reduziert werden.

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