Steffen Eychmüller holt die Endlichkeit des Lebens an die Uni

Seit Anfangs Februar ist der erfahrene Berner Palliativ-Mediziner Steffen Eychmüller neuer Professor an der Uni Bern. Mit ihm wird der Umgang mit dem Lebensende eine akademische Disziplin. Spannend, was er als Sonntagsgast zum Nutzen für Gesellschaft, Wissenschaft und Bevölkerung zu sagen hat.

Steffen Eychmüller ist seit 2012 der ärztliche Leiter des Palliativ-Zentrums des Berner Inselspitals. Dank dieser Erfahrung hat ihn die Uni Bern zum neuen Professor für Palliativ-Medizin berufen. Da geht es um die Kunst, Menschen am Ende ihres Lebens jene Begleitung angedeihen zu lassen, damit sie in Würde und ohne Angst sterben können.

Nun wird diese gesellschaftliche, soziale und medizinische Herausforderung auch in der Deutschschweiz ein akademisches Thema. Bisher gab es einen solchen Lehrstuhl nur an der Uni Lausanne.

Im Gespräch im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Schweizer Radio SRF schildert der aus Ulm stammende Arzt seine eindrücklichen Erfahrungen mit Sterbenden und ihren Angehörigen. «Wir sind oft wie Pfadfinder, die nach einem Weg und nach einer Möglichkeit suchen, dass Menschen und ihre Angehörigen mit der Situation besser zurechtkommen.» Dass sein Team und er selber damit gut zurechtkommen, habe auch damit zu tun, dass sie sehr viel menschlich Wertvolles erleben.

Und er schildert auch, weshalb es für die Gesellschaft, für die Wissenschaft, für die Medizin und für die Bevölkerung so enorm wichtig ist, dass der Umgang mit dem Lebensende eine grössere Wertschätzung erfährt. «Wir holen die Endlichkeit des Lebens wieder zurück in die Wissenschaft», sagt Steffen Eychmüller.