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Die Reaktionen auf Schneggs Idee bleiben nicht aus
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 13.02.2020.
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Steigende Krankenkassenprämien Berner Gesundheitsdirektor Schnegg überrascht Freund und Feind

Immer mehr Menschen können ihre Prämien nicht mehr bezahlen. Pierre Alain Schnegg bringt jetzt eine neue Idee ein.

Für Pierre Alain Schnegg (SVP) ist wichtig, dass das Gesundheitssystem vereinfacht wird. Dieses sei zu kompliziert und intransparent, so Schnegg. Daher schlug er in der Tageszeitung «Der Bund» vor, dass die Kantone keine Spitalkosten mehr bezahlen sollen. Alles soll über die Krankenkassen abgerechnet werden.

Weil dadurch die Prämien massiv steigen würden, sollen die Kantone im Gegenzug die Prämienverbilligungen erhöhen. Das würde vor allem jene treffen, die ein hohes steuerbares Einkommen haben – diese müssten deutlich höhere Krankenkassenprämien bezahlen, weil sie nicht von Verbilligungen profitieren würden.

Laut Regierungsrat Schnegg müsste rund ein Drittel der Kantonsbevölkerung mehr zahlen. Zum obersten Drittel gehört man im Kanton Bern etwa ab einem steuerbaren Einkommen von gegen 60'000 Franken pro Jahr.

Ein linker Vorschlag eines Bürgerlichen

Mehr Prämienverbilligungen – eigentlich ein linker Vorschlag. Dass er von einem Bürgerlichen kommt, erstaunt Viele.

Im linken Lager kommt Schneggs Idee gut an. SP-Grossrätin Elisabeth Striffeler: «Es freut mich, dass der bernische Gesundheitsdirektor erkannt hat, dass Familien und Menschen mit tiefen Einkommen höhere Prämienverbilligungen brauchen.»

Viele halten nicht viel davon

FDP-Grossrat und Gesundheitspolitiker Hans-Peter Kohler kann bei solchen Vorschlägen nur den Kopf schütteln. Dadurch würden die Gesundheitskosten lediglich umgelagert, zu jener Bevölkerungsschicht, die bereits heute im Kanton Bern durch hohe Steuerabgaben übermässig strapaziert sei. «Das Grundproblem der hohen Gesundheitskosten ist mit dieser Idee nicht gelöst.»

Auch die Krankenkassenverbände halten nicht viel von Schneggs Idee. Bei Santésuisse heisst es, durch einen solchen Systemwechsel würde vor allem der Mittelstand zusätzlich belastet.

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Aus dem Archiv: Krankenkassenprämien 2020 steigen nur minim an
Aus Tagesschau vom 24.09.2019.
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9 Kommentare

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  • Kommentar von Lily Mathys  (Alle vergeben)
    Vielleicht noch 2. Überlegung: warum wurden dann Behandlungen, die selbst bezahlt werden müssen (wie z.B. Augenbehandlungen, Laser, Schönheitschirurgie) massiv günstiger währenddem bei bezahlten Leistungen die Preise anstiegen?
    Diese Änderungen (wer bezahlt) ändert nichts an der Kostenstruktur bzw. den Kostentreibern. Es wäre angebracht, dass die Politik zuerst mal diese analysiert und sie mit den marktwirtschaftlichen Leistungen vergleicht (Preisänderungen).
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  • Kommentar von Lily Mathys  (Alle vergeben)
    Transparenz ist ein gutes Stichwort: fangen wir doch bei Ärzteeinkommen (Lohn, Dividende+Gewinnausschüttung) an. Da es quasi unmöglich ist, den behandelnden Arzt bei Fehlern zur Verantwortung zu ziehen (u. so allf. Weitere Behandlung nötig macht), sehe ich nicht ein, warum Ärzte >0.5 Mio Chf und mehr verdienen. Das Lohnreglement der Spitäler ist öffentlich: Oberarzt=1/4Mio CHF. Jeder Lokführer o. Ingenieur haftet schneller und kann bei Fehlern massiv höheren Schaden verursachen. Kein Ko.treiber?
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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Ein Gesundheitssystem das nicht durch die Prämien gedeckt werden kann ist ganz einfach zu teuer.
    Also müssen die Leistungen runter.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      NIcht die Leistungen. Die Preise für die Leistungen.
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