Stettlen: Aus der alten Kartonfabrik wird ein neues Quartier

Die Berner Agglo-Gemeinde Stettlen bekommt ein neues Wohn- und Arbeitsquartier. Denn die Gemeindeversammlung hat der Umzonung der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil zugestimmt und verzichtet auf eine erste Mehrwert-Abschöpfung. «Bernapark ist eine Riesenchance», sagt der Gemeindepräsident.

Ein Teil des weitläufigen Areals der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil.

Bildlegende: Ein Teil des weitläufigen Areals der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil. Keystone

Als die Kartonfabrik Deisswil vor sechs Jahren von einem Tag auf den anderen geschlossen wurde, war der Berner Investor Hans-Ulrich Müller zur Stelle. Er bezahlte die Löhne der Angestellten weiter und wandelte das riesige Industrieareal zum Bernapark um. Nun soll daraus ein Wohn- und Arbeitsquartier entstehen, war sich die mit rund 200 Personen gut besuchte Gemeindeversammlung am Mittwochabend einig. Die Umzonung wurde einstimmig gutgeheissen.

«Es ist eine Riesenchance, zu der wir Sorge tragen müssen. Wir können nun bestimmen, wie wir wachsen wollen», sagt Gemeindepräsident Lorenz Hess. Immerhin sei es ein voll erschlossenes Gebiet und beanspruche nicht unbebautes Land.

Gemeinde verzichtet auf Geld

Etwas zu diskutieren gab der Vorschlag des Gemeinderates, bei der ersten Etappe der Bernapark-Umnutzung auf die gesetzlich mögliche Mehrwert-Abschöpfung zu verzichten. Damit bekommt die Gemeinde Geld, wenn Boden dank einer Einzonung wertvoller wird. Mit dem Verzicht auf einen Teil dieser Einnahmen honoriert die Gemeinde nun die Tatsache, dass Investor Hans-Ulrich bereits rund 40 Millionen in den Bernapark investiert hatte.