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Streit im Wallis Goldgrube Altkleider: Wer darf sie einsammeln?

Walliser Samaritervereine bangen um ihre Einnahmen durch die Altkleidersammlung, denn auch die Post will Geld verdienen.

Oberwalliserinnen und Oberwalliser müssen ihre Altkleidersäcke nicht mehr selbst entsorgen: Seit Oktober sammelt die Post die Kleidersäcke gleich vor der Haustüre ein – in anderen Kantonen sogar schon länger, denn seit Februar arbeitet die Post mit der Firma Texaid zusammen. Damit verliert die Firma Tell-Tex im Kanton Wallis ihre Monopolstellung und Samaritervereine bangen um die Existenz.

Haupteinnahmequelle weg

Bisher haben die etwa 40 Oberwalliser Samaritervereine die Altkleidercontainer von Tell-Tex geleert und dafür Geld erhalten. Sammelt nun die Post die Säcke von Texaid selbst ein, würden vor allem der Schweizerische Samariterbund und die Kantonalverbände Geld erhalten. Die lokalen Vereine gingen leer aus.

Die Samartiervereine sind durch die Sammlung von Texaid in ihrer Existenz bedroht.
Autor: Andreas SchallerPräsident Oberwalliser Samariterverband

Eine Katastrophe sei das, findet der Präsident des Oberwalliser Samariterverbands Andreas Schaller: «Die Samartiervereine sind durch die Sammlung von Post und Texaid in ihrer Existenz bedroht.» Das Geld sei die Haupteinnahmequelle und damit werde die Aus- und Weiterbildung von Samariterlehrer finanziert.

Die Post versuche mit dem neuen Angebot ihre fehlenden Briefposteinnahmen ein Stück weit zu kompensieren, sagt Mediensprecher Oliver Flüeler. Und Philipp Stoller, der Geschäftsführer von Texaid, versucht zu beschwichtigen: Die Strassensammlung mache nur vier Prozent des gesamten Umsatzes aus. «Das kann so kaum existenzbedrohend für die Samaritervereine im Oberwallis sein.»

Im Wallis ist in Zukunft der Entscheid für die Entsorgung auf der Strasse oder im Altkleidercontainer keine Frage der Bequemlichkeit, sondern wen man finanziell unterstützen will.