Stromausfall im Bahnhof Bern – Züge standen still

Im Berner Bahnhof ging eine halbe Stunde nichts mehr. Züge konnten während dieser Zeit wegen eines Stromausfalls nicht verkehren. Die Verbindung in Richtung Freiburg war länger unterbrochen, nun verkehren auch Züge zumindest einspurig. Die Ursache des Ausfalls war ein Brand.

Brennender Güterwagen mit Feuerwehrleuten.

Bildlegende: Der Stromausfall hat offenbar einen Zusammenhang mit dem Brand eines Güterwagens beim Bahnhof Weyermannshaus. SRF Augenzeuge Tiziano Ferretti

Ausgerechnet während des «Zibelemärits» ist der Bahnhof Bern von einer schweren Panne heimgesucht worden: Ab 15.53 Uhr verkehrten einige Zeit überhaupt keine Züge mehr, weil die Stromversorgung ausgefallen war.

Der Grund der Fahrleitungsstörung war ein Brand eines Güterwagens beim Rangierbahnhof Weyermannshaus, wie SBB-Sprecher Christian Ginsig zu SRF News Online sagte.

Auslöser sei eine herunterhängende Fahrleitung gewesen. Diese habe einen Güterwagen mit Altkleidern entzündet. Dies führte zu einem Brand mit entsprechend starker Rauchentwicklung. Zudem kam es zu einem Kurzschluss, der Auswirkungen bis zum Bahnhof Bern hatte, so Ginsing weiter.

Richtung Westen geht nichts

Vom Unterbruch betroffen war zunächst auch das Gebiet Bern-Wylerfeld / Wankdorf. Dort blieben mehrere Züge stecken, die unterwegs Richtung Osten/Nordosten waren oder aus dieser Richtung kamen. Kurz vor 16.30 Uhr konnten sie sich wieder langsam in Bewegung setzen. Zu dieser Zeit konnte die Ostseite des Bahnhofs Bern – also die Züge in Richtung Zürich/Ostschweiz und Thun/Berner Oberland/Wallis – in Betrieb genommen werden.

Richtung Westen ging bis kurz nach 17.00 Uhr nichts. Hier wendeten die Züge aus der Westschweiz in Bahnhof Freiburg, erklärte Ginsing. Die Züge in die Romandie benützten die Jurasüdfuss-Linie und bedienten somit die Bahnhöfe Bern und Freiburg nicht.

Bahnkunden übten sich in Gelassenheit

Die Reisenden ertrugen das Chaos am Bahnhof Bern mit Fassung. Viele versuchten, per Mobiltelefon ihre Angehörigen und Freunde zu informieren. In den stehenden Zügen, auf den Perrons und auf der sogenannten Welle, einer Überführung, warteten viele Reisende und übten sich in Gelassenheit.

Als nach 17.15 Uhr der Bahnknoten Bern wieder befahrbar war, brauchten die Reisenden dennoch etwas Geduld. «Das Ganze wird sich langsam beruhigen», sagte SBB-Sprecher Ginsig. Er rechnete noch mit Verspätungen von rund 10 Minuten Richtung Westen.