Stundenlange Diskussionen über das Berner Vierer- und Mittelfeld

Am 5. Juni stimmen die Bernerinnen und Berner erneut über die Überbauung des Vierer- und Mittelfelds ab. Das Stadtparlament lieferte sich im Vorfeld eine hitzige Debatte. Stundenlang gingen am Donnerstagabend die Diskussionen, wie gebaut werden soll.

3000 neue Bernerinnen und Berner sollen ab 2023 in 1000 neuen Wohnungen auf dem Vierer- und Mittelfeld wohnen. Geplant ist möglicherweise auch ein Schwimmbad. Heute sind im Vierer- und Mittelfeld Wiesen und Äcker; sie sind ein Naherholungsgebiet für viele Städter aus den benachbarten Quartieren.

Das Mittelfeld.

Bildlegende: Das Vierer- und Mittelfeld ist für viele Bernerinnen und Berner ein Naherholungsgebiet. Keystone

Entsprechend hoch gehen die Emotionen. So auch am Donnerstagabend im Berner Stadtparlament. Dieses bereitete die Abstimmung vom 5. Juni vor. Die Debatte dauerte mehrere Stunden und wurde ideologisch geführt. Die Abänderungsanträge füllten 20 Seiten.

Das Parlament hat unter anderem entschieden, pro Wohnung nur einen halben Parkplatz zu bauen. Zudem soll die Hälfte der Wohnungen Baugenossenschaften gehören. Damit will das Stadtparlament preiswerten Wohnraum sichern.

Ein- und Umzonung kurz vor Mitternacht zugestimmt

Nach stundenlanger Debatte stimmte der Berner Stadtrat den Zonenplänen Viererfeld und Mittelfeld zu. Nun steht der Weg frei für die Volksabstimmung über ein neues Stadtquartier in Zentrumsnähe. Am Ende setzte sich eine Koalition der Fraktionen SP, GB/JA, GLP und EVP/GFL in der Schlussabstimmung zum Zonenplan Viererfeld mit 40 Ja- zu 28 Nein-Stimmen durch. Die Allianz von Linksaussen, BDP, CVP, FDP und SVP unterlag damit relativ deutlich.

Der Zonenplan Mittelfeld wurde mit 41 Ja- zu 26 Nein-Stimmen angenommen. Der Entscheid fiel um 23:35 Uhr am Abend. Die Debatte über die Abstimmungsbotschaften wurde vertragt.

Damit stimmte der Rat der Einzonung des Viererfelds und der Umzonung des Mittelfelds zu. Gleichzeitig wurde einem Verpflichtungskredit in der Gesamthöhe von rund 72 Millionen Franken zugestimmt. Mit dem Geld soll ein Teil des Viererfelds vom Kanton erworben und weitere Ausgaben im Zusammenhang mit Planung und Entwicklung des Areals finanziert werden.