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Bern Freiburg Wallis Tätertherapien kosten Millionen

Das Berner Kantonsparlament hat am Mittwoch einen mehrjährigen Verpflichtungskredit von 2.5 Millionen Franken für die forensisch-psychiatrische Betreuung von Straftätern gesprochen. Im Raum standen Kürzungsanträge, die letztlich aber abgelehnt wurden.

Die bernische Strafanstalt Thorberg thront auf dem Felsen im Krauchthal.
Legende: Die Therapie von Straftätern findet teils auch in der Strafanstalt Thorberg statt. Keystone

Polizei- und Militärdirektor Hans-Jürg Käser (FDP) macht im Grossen Rat klar, dass seine Direktion kaum Möglichkeiten hat, diese Kosten zu beeinflussen. Die Straftäter würden von den Gerichten zu entsprechenden Massnahmen verurteilt und diese seien dann zu vollziehen, sagte er.

Umstritten waren vor allem die sogenannten «klientenbezogenen Spezialleistungen» wie beispielsweise Informations- und Beratungsgespräche und die «exemplarischen Fallbesprechungen» - also das Beurteilen des Therapieverlaufs und der Prognosesicherheit.

Die vorberatende Kommission wollte bei den Spezialleistungen 50'000 Franken kürzen, dies als Unmutszeichen wegen steigender Kosten. Die Kürzung solle die Universitären Psychiatrischen Dienste (UPD) motivieren, zielorientiert und kostenbewusst zu arbeiten. Die SVP wollte gar 200'000 Franken kürzen.
«Personen mit stationären Massnahmen füllen unsere Gefängnisse», sagte Andrea Gschwend-Pieren (SVP, Lyssach). Darunter befänden sich zahlreiche Ausländer. «Warum investieren wir Geld in Täter, die nach der Annahme der Ausschaffungsinitiative ohnehin ausgeschafft werden», fragte sie. Diese Haltung stiess im Rat auf Widerstand.
Nach einigem Hin und Her verabschiedete das Parlament den mehrjährigen Verpflichtungskredit in der Höhe von 2.5 Millionen Franken pro Jahr ohne Kürzungen. Das Ergebnis fiel mit 100 zu 35 Stimmen bei 9 Enthaltungen letztlich klar aus.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Monica Ruoff, Bern
    Wann werden uns mal Zahlen präsentiert, die zeigen, wie viele der therapierten und entlassenen Straftäter nach zehn Jahren in der Freiheit noch keinen Rückfall erlitten? Zudem möchte ich mal Berichte von solch ehemaligen Tätern lesen, um zu vernehmen, was ihnen die Therapien aus ihrer Sicht gebracht haben. Diejenigen, denen es gelang, nicht mehr rückfällig zu werden, hatten möglicherweise einfach Rückhalt in der Familie und erachten die teuren Therapien als unsinnig. Könnte ja sein, oder?
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Diese Therapien sind in den meisten Fällen nutzlos; man könnte dieses Geld sinnvoller im Sozialbereich einsetzen. Unsere Politiker/innen sind im irrigen Glauben, dass man wiederkehrende Straftäter therapien könne. Das sind wenige Ausnahmen bei denen Erfolge erzielt werden. Leider kann man diese Ausgaben nur bremsen, wenn die Stimmbürger/innen bei den nächsten Wahlen die verlässlichen Kandidaten/innen wählen. Dieser Irrsinn sollte in vernüftige Bahnen zurück geholt werden.
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    1. Antwort von Gerhard Schweizer, Bern
      Wie wäre es denn mit Zwangsarbeit auf den Feldern der Bauern? Wäre das nicht nach ihrem Geschmack?? Auch wenn man nur wenigen damit eine Rückkehr in die Gesellschaft ermöglichen kann (über genaue Zahlen verfügen ja scheinbar SIE), lohnt sich das. Auch Straftäter sind Menschen und sollten sich zu besseren Menschen entwickeln können, wenn sie das Potential dazu haben – zumindest sollte man das in einer zivilisierten Gesellschaft erwarten können. Manche wollen einfach immer das Mittelalter zurück!
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