Spielen auf dem Kugelfang Teurerer Abfallsack für sanierte Schiessstände

Der Spielplatz auf dem Hinterberg in Langenthal steht auf einem alten Kugelfang eines Schiessstandes. Den mit Blei verseuchten Boden mochte die Stadt nicht sanieren. Sie umzäunte den kontaminierten Teil des Geländes. Nun nimmt sich der Kanton dem Problem an.

Ein Maschendrahtzaun sperrt das kontaminierte Gebiet ab.

Bildlegende: Hinter dem Zaun ist das Erdreich stark mit Blei belastet. SRF/Matthias Baumer

Was bisher geschah:

  • 1903 wird auf dem Hinterberg in Langenthal ein erster Kinderspielplatz eingerichtet. Der Standort ist nicht derjenige des heutigen Spielplatzes. Jedoch in der Nähe.
  • 1951 ist in den Akten des Verschönerungsvereins Langenthal vermerkt, dass die Langenthaler Schützengesellschaft den Wunsch äussert, dass der Schiessplatz auf dem Hinterberg verlegt wird.
  • 1971 ist das Ende des alten Schiesstandes auf dem Hinterberg. Ein Teil des Kugelfangs wird für Geländemodellierungen abgetragen, das Blei im Erdreich auf einen grösseren Bereich verteilt. Dann entsteht ein neuer Spielplatz.
  • 2004 liefert ein Gutachten den Befund, dass das Areal des Spielplatzes zum Teil mit Blei verseucht ist.
  • 2006 werden die Spielgeräte auf dem stark mit Blei belasteten Boden rund 20 Meter verschoben. Die grosse Rutschbahn nicht. Sie stand bereits auf unbelastetem Grund. Die stark kontaminierten Bereiche des Spielplatzes auf dem Hinterberg wurden umzäunt. Eine Sanierung des alten Kugelfangs ist der Stadt Langenthal zu teuer.
Schaukel und rote Ruhebank auf dem Spielplatz Musterplatz in Langenthal

Bildlegende: Spielen gefahrlos erlaubt: vor dem Zaun. SRF/Matthias Baumer

Die Lösung

2017 beschliesst der Grosse Rat des Kantons Bern, dass der Kanton die Abfallgebühren erhöhen kann, damit genug Geld für die Sanierung von Schiessanlagen bereitsteht. Im Kanton Bern gibt es noch etwa 250 Schiessanlagen, die von den Altlasten Blei und Antimon befreit werden müssen. Die Kosten dafür werden auf 100 Millionen Franken geschätzt, davon trägt der Bund etwa 30 Millionen. Den Rest an die Verursacher abzuwälzen erwies sich als schwierig - die Schützenvereine haben nicht genug Geld.Zuerst wollte der Regierungsrat die Sanierung mit einer Abgabe auf jedem Schuss mit Ordonnanzmunition finanzieren. Doch die Schützen hätten ihre Munition dann einfach in anderen Kantonen gekauft. Eine Regelung auf Bundesebene kam nicht zustande.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)