Therese Frösch: «Spitzbuben sind meine liebsten Güezi»

Die 63-Jährige mag aufgeweckte Menschen, die sich einbringen und deshalb auch die Spitzbuben. Die Zusammenarbeit mit solchen Menschen ist ein Grund, warum Therese Frösch im Mai das Co-Präsidium der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) übernommen hat.

Therese Frösch hat in ihrem politischen Leben oft um Geld gekämpft. Ab 1993 als Finanzdirektorin der Stadt Bern, nun als Co-Präsidentin der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS). «Finanzen sind ein Schmiermittel, und das Geld muss für alle gut verteilt sein», sagt die 63-Jährige. Sie habe es sehr interessant gefunden, als Finanzdirektorin die Quadratur des Kreises zu versuchen. Als ihr jemand an einem Weihnachtsessen Glück wünschte, habe sie gesagt, sie brauche kein Glück sondern Geld.

«  Ich brauche kein Glück, ich brauche Geld »

Therese Frösch setzte neun Sparpakete um und wurde dennoch stets mit Glanzresultaten wiedergewählt. 2004 trat sie nicht mehr zu den Gemeinderatswahlen an. 2011 trat sie von der politischen Bühne ab, davor war sie acht Jahre Nationalrätin der Grünen Partei.

Endlich ohne Agenda leben

Sie sei vor drei Jahren erschöpft gewesen, sagt Therese Frösch. Und habe es danach genossen, in den Tag zu leben und einfach mal Bücher zu lesen. «Ich holte das Familienleben nach, habe vor vier Jahren zum ersten Mal geheiratet.» Als die SKOS Frösch anfragte, ob sie das Präsidium übernehmen wolle, habe sie lange überlegt. «Es wäre sicher besser gewesen, wenn ein Bürgerlicher das Amt übernommen hätte. Allerdings einer, der nicht zu fest rechts ist.»

Dass Therese Frösch das Präsidium mit Felix Wolffers (SP) teilen kann, ist der Hauptgrund, warum sie das Amt letztlich übernommen hat. Wolffers war früher Fröschs Generalsekretär. Vom Inhalt her habe sie das Thema aber immer sehr interessiert, sagt Frösch. «Das Gehalt spielte dabei keine Rolle.» Frösch und Wolffers erhalten je 10'000 Franken pro Jahr.

Therese Frösch hat sich immer für Sozial Benachteiligte engagiert. Sie sei glücklich, in der Schweiz geboren worden und damit privilegiert zu sein. «Schon als Kind habe ich andere Kinder verteidigt und zwischen meinen Eltern ausgleichend eingegriffen.» Dass sie aus einer Familie mit fünf Kindern komme, spiele sicher auch eine Rolle für ihr Engagement.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

«Mein Jahr»

Frau sitzt auf Berggipfel und guckt in die Ferne.

Keystone

Menschen erzählen von ihrem besonderen 2014. Andere schauen voraus.
Mehr dazu