Tierschutz-Protest zwingt Ballenberg in die Knie

Das Kurszentrum Ballenberg nimmt den umstrittenen Kurs für das Schlachten von kleinen Nutztieren wie Kaninchen vorübergehend aus dem auf dem Internet publizierten Programm.

Wie Kleintierzüchter richtig schlachten: ein Angebot des Kurszentrums Ballenberg stiesss Tierschützern sauer auf.

Bildlegende: Wie Kleintierzüchter richtig schlachten: ein Angebot des Kurszentrums Ballenberg stiess Tierschützern sauer auf. Keystone

Der Kurs «Kleintierschlachten» ist im Kurszentrum Ballenberg seit einigen Jahren im Programm. Doch dieses Jahr rief die Ausschreibung Tierschützer auf den Plan. Aufgeschreckt durch einen ungeschickt bebilderten Zeitungsartikel zum Thema sammelten sie Unterschriften für eine Petition, welche die Absetzung des im November 2013 geplanten Kurses verlangt. Das Symbolbild habe eine heutzutage unzulängliche Schlachtsituation gezeigt, sagt Adrian Knüsel, der Leiter des Kurszentrums Ballenberg. Er könne durchaus verstehen, dass Tierschützer sich daran gestört hätten. Ihr Kurs jedoch, so Knüsel, entspreche geltendem Gesetz und gängigen Hygienevorschriften. Er sei professionell geleitet und richte sich explizit an Kleintierzüchter.

Wie die Zeitung «Le Matin» am Mittwoch berichtet, habe der Lausanner Stadtpräsident und ehemalige Nationalrat Daniel Brélaz (Grüne) beim Ballenberg-Stiftungsratspräsidenten Yves Christen interveniert. Wie Adrian Knüsel, der Leiter des Kurszentrums Ballenberg auf Anfrage des «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF sagt, habe man sich daraufhin «aus dem Sturm» herausgenommen. Der Kurs für das Schlachten von kleinen Nutztieren wie Kaninchen wurde aus dem auf dem Internet publizierten Programm gelöscht. Man werde das Thema erst wieder aufnehmen, wenn sich die Aufregung gelegt habe, sagt Knüsel.

Das Kurszentrum Ballenberg ist eine eigenständige Institution. Die private Stiftung ist mit dem Freilichtmuseum Ballenberg bei Brienz, welche zu den Stiftern gehört, organisatorisch verknüpft.