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Zweites Eisfeld für SCL Tigers Tigers gegen Bauern – und mittendrin die Gemeinde Langnau

Der Eishockeyklub will in Langnau ein zweites Eisfeld bauen. Auf dem Areal steht aber die Markthalle der Bauern.

Ein futuristischer Neubau.
Legende: So soll der Neubau mit dem zweiten Eisfeld, einer Trainingshalle und einem Restaurant aussehen. zvg/SCL Tigers

Seit zwei Jahren weibelt Peter Jakob für das Projekt «Zweites Eisfeld». Was unspektakulär tönt, ist laut dem Verwaltungsratspräsidenten der SCL Tigers existentiell für den Klub. Einerseits, damit der Nachwuchs gute Bedingungen zum Trainieren hat und so der längerfristige sportliche Erfolg gesichert werden kann. Andererseits, damit die SCL Tigers weiterhin als KMU bestehen können.

Die Tigers sind die achtgrösste Arbeitgeberin hier.
Autor: Peter JakobVerwaltungsratspräsident SCL Tigers

Der Eishockeyklub sei der achtgrösste Arbeitgeber von Langnau, sagt Peter Jakob. «Mit dem zweiten Eisfeld machen wir einen Schritt Richtung Fernziel und das lautet, aus Langnau ein sportliches Zentrum auf dem Lande zu machen. Solche Impulse brauchen wir hier.»

Wohin mit der Markthalle?

Das Projekt sieht nicht nur ein zweites Eisfeld vor, dass ganzjährig betrieben werden soll, sondern auch eine Trainingshalle, Parkplätze im Untergeschoss und ein Restaurant. Kostenpunkt: gegen 20 Millionen Franken. Das Problem: Die Martkhalle hinter dem Stadion muss dafür weichen. Der Verband Markthalle Oberes Emmental hat hier noch einen Baurechtsvertrag bis 2055.

Eine alte Markthalle, im Vordergrund das Stadion.
Legende: Die Markthalle hinter dem Stadion soll dem Neubau weichen. SRF

Zuerst waren die Bauern einverstanden, den Neubau zusammen mit den SCL Tigers zu nutzen. «Aber wir stellten bald fest, dass wir dort eingeengt wären», sagt Hansueli Lüthi, Präsident des Verbands Martkhalle Oberes Emmental. Der Verband hat deshalb gegen ein Baugesuch von Peter Jakob vom letzten Juni, Beschwerde eingereicht.

Um das Finanzielle ging es nie.
Autor: Hansueli LüthiPräsident Verband Oberes Emmental

Unternehmer Peter Jakob, der schon mehrfach Geld in den Klub und die Sanierung der Ilfishalle steckte, war sauer. Er warf den Bauern, aber auch der Gemeinde vor, sie seien zu passiv und sähen den Wert des Projekts nicht. Die Medien griffen die Geschichte auf und die Fans in den Internetforen sprachen vom rein finanziellen Interesse der Bauern. «Das stimmt nicht», wehrt sich Verbandspräsident Hansueli Lüthi, «um das Finanzielle ging es nie.»

Die Gemeinde im Sandwich

Bernhard Antener wurde aktiv, der Gemeindepräsident von Langnau. «Es wurde ein gewisser Druck aufgebaut, aber das schadet nicht. Man stellt im Emmental fest: Wenn es keinen Druck gibt, bewegt sich niemand», so Antener.

Wenn es keinen Druck gibt, bewegt sich niemand im Emmental
Autor: Bernhard AntenerGemeindepräsident Langnau

Er brachte den Verband Markthalle und Peter Jakob an den runden Tisch zurück. Nun scheint eine Lösung in Griffnähe: Eine leerstehende Reithalle in Schüpbach soll von SCL-Verwaltungsrat Ernst Kühni gekauft, und dann an den Verband Markthalle und an den Reitverein Oberes Emmental weiterverkauft werden. Doch so einfach ist das nicht.

Damit die Halle in Schüpbach realisiert werden könnte, müsste eine Zufahrtsstrasse gebaut werden, die über Ackerland führt. Das braucht eine Bewilligung des Kantons Bern. «Wenn das nicht gelingt, ist dieses Projekt gestorben», sagt Gemeindepräsident Bernhard Antener. Im Spätherbst sollte der Entscheid eintreffen. Es gibt aber noch einen anderen Haken.

Laut Hansueli Lüthi reicht das Geld, das der Verband von der Gemeinde (Ablösung des Baurechtsvertrages) und von Bund und Kanton an Subventionen erhält, nicht, um die Reithalle in Schüpbach zu kaufen und umzubauen.

Wir hoffen deshalb auf einen Zustupf von Peter Jakob.
Autor: Hansueli LüthiPräsident Verband Oberes Emmental

Der Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers, Peter Jakob, hat aber immer gesagt, dass der Verband von ihm kein Geld erhält. Wie weit er gehen will, um das Projekt «Zweites Eisfeld» und seine Vision von einem sportlichen Zentrum in Langnau zum Fliegen zu bringen, ist nicht klar. Jakob sagt: «Ich lasse nicht locker und gebe nicht auf. Es ist für mich keine Option, dass das Projekt stirbt.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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