Tinu Heiniger hat sich auch im Alter die Wut bewahrt

Die neue Platte von Mundartmusiker Tinu Heiniger kümmert sich mit feinen Melodien um das Älterwerden. Wird aber manchmal auch richtig wütend und laut.

Tinu Heiniger im Portrait

Bildlegende: Tinu Heiniger besingt auf «Scho so lang» das Alter, die Liebe und die Wut im Bauch. zvg/ Reto Camenisch

Wenn der erste Song auf dem neuen Album «Aut» heisst, dann ist die Frage erlaubt, wie es denn so steht um das Älterwerden. «Ein Freund sagte mir neulich: ‹Wir sind auf dem Heimweg, Tinu.› Das fand ich schön.» Und so sei es klar, dass das Alter immer mehr eine Rolle spiele.

Trotz Jahrgang 1946 zieht sich Tinu Heiniger nicht in die Bequemlichkeit eines Weichspül-Barden zurück. In den Stücken «Niemer luegt d’Bärge u ds Tau» und «Im Zug» wird er deutlich – und rückt gesellschaftliche Missstände und die Verkümmerung des Individuums ins Licht. «Wenn ich die Wut in mir loslasse, dann kann es häschere.» Das ist natürlich mündlich zu verstehen.

Und natürlich pflegt Tinu Heiniger auch das Berndeutsch. Aus der Schimpfwortballade kann sich jedes Pausenplatz-Grossmaul so einige «Schlämperlige» abschreiben.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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