Trotz Konkordat: Kaum Änderungen bei Fussballspielen

Das verschärfte Hooligan-Konkordat gilt im Kanton Bern ab der neuen Fussballsaison. Die Austragungsorte können strengere Auflagen machen - doch die Städte halten sich noch zurück.

Fans an einem YB-Spiel.

Bildlegende: Die Verschärfung des Konkordats hat für die Fans - vorerst - noch keine grossen Auswirkungen. Keystone

Im Februar 2014 nahm das Stimmvolk des Kantons Bern das verschärfte Hooligan-Konkordat an. Neu brauchen die Clubs von den Austragungsorten eine Bewilligung.

In den Wochen vor dem Saisonstart sassen die Vereine mit den jeweiligen Behördenvertretern zusammen und legten die Spieldaten fest. «Wir konnten uns auf Augenhöhe begegnen», sagt der Thuner Sicherheitsdirektor Peter Siegenthaler. Die Runde diskutierte auch das jeweilige Gewaltpotential eines Spiels, danach wurde die Bewilligung erteilt.

Die Bewilligungen sind an Auflagen geknüpft. Neu können die Vereine gestützt auf das Konkordat ein Alkoholverbot anordnen oder den Anreiseweg der Fans bestimmen. Das erste Risikospiel der Saison findet in Thun in zwei Wochen statt. Die Stadt verlangt zusätzliche zu den üblichen Bestimmungen nur, dass die Basler Fans auf einer vorgegebenen Rute zum Stadion marschieren.

In Bern ist das erste heikle Spiel zwischen YB und Basel erst im Herbst. Die Berner knüpfen es vorerst an keine neuen zusätzlichen Bedingungen. «Es war nie geplant, auf die neue Saison alles zu ändern», sagt Marc Heeb von der Berner Orts- und Gewerbepolizei. Viele Sicherheitsanforderungen seien sowieso schon längst umgesetzt; zum Beispiel, dass die Fangruppen mit einem Zaun auseinandergehalten werden können.

Der Thuner Sicherheitsdirektor Peter Siegenthaler spielt den Ball den Fans zu. «Ich hoffe, die Fans sind einsichtig.» Er wünscht sich, dass es zu keinen Ausschreitungen kommt und die strengeren Auflagen gar nie nötig werden.