Turtmann wehrt sich gegen Bundesasylzentrum

Die Gemeinde Turtmann-Unterems steht mit dem Kanton und dem Bund in Verhandlung über ein mögliches Bundesasylzentrum. Obwohl noch nichts definitiv entschieden ist, gibt es grossen Widerstand.

Die Stimmung in Turtmann ist angespannt. Die Verunsicherung ist gross, seit die Bevölkerung aus den Medien erfahren hat, dass zwischen der Gemeinde, dem Kanton und dem Bund Gespräche für ein mögliches Bundesasylzentrum laufen.

«Nein zu einem Bundesasylzentrum in Turtmann» – so heisst die überparteiliche Petition, welche am Mittwoch lanciert wurde. Die Petition wird von allen Ortsparteien mitgetragen. Marcel Zenhäusern, Parteipräsident der CVP Turtmann, sagt gegenüber dem Regionaljournal: «Turtmann ist als Standort ungeeignet. Alle Parteien müssen zusammenarbeiten, um ein Bundesasylzentrum zu verhindern.»

SVP zieht ihre Petition zurück

Bereits letzte Woche hat die SVP Turtmann eine Petition lanciert. Diese werde nun zugunsten der überparteilichen Petition zurückgezogen, so Michael Bregy, Parteipräsident der SVP Turtmann. «Wer die Petition der SVP unterzeichnet hat, muss nochmals unterschreiben. Eine überparteiliche Petition hat mehr Gewicht.»

Auch der gesamte Gemeinderat wehrt sich gegen ein mögliches Bundesasylzentrum. Christian Jäger, Gemeindepräsident von Turtmann-Unterems und SP-Politiker, sagt: «Die Gemeinde Turtmann hat rund 1000 Einwohner. Bei einem Bundesasylzentrum kommen mindestens 250 Asylsuchende dazu. Das ist zu viel für so ein kleines Dorf.»

Boden gehört Bund

Da ein Teil des ehemaligen Militärflugplatzes in Turtmann dem Bund gehört, kann er dort auch ohne Zustimmung der Gemeinde ein Asylzentrum errichten. Im Moment sucht der Bund nach geeigneten Standorten für ein Ausreisezentrum für abgewiesene Asylbewerber und für eine Anlage, die als strategische Reserve dient.