«Über Frauen verfügt wie Waren»

Ein früherer Nidauer Bordell-Chef ist zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden. Das Gericht sprach ihn des Menschenhandels und der Förderung der Prostitution schuldig.

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Urteil wegen Menschenhandel

3:07 min, aus Schweiz aktuell vom 29.5.2013

Der 38jährige Türke hat sich laut dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland des mehrfachen Menschenhandels und der Förderung der Prostitution zum Nachteil von 45 Frauen schuldig gemacht. Verurteilt wurde der Mann wegen insgesamt zwölf Gesetzesverstössen, darunter Freiheitsberaubung, Gefährdung des Lebens und mengenmässig qualifizierter, bandenmässiger Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.

«Strenges Regime» ausgeübt

Gegen die drei weiteren Angeklagten verhängte das Gericht Freiheitsstrafen von fünfeinhalb Jahren, dreissig Monaten und zwanzig Monaten. Über den Hauptangeklagten sagte Gerichtspräsident Markus Gross in der Urteilsbegründung, er habe «über die Frauen verfügt wie über eine Ware». Mit Kontrollen, Drohungen und auch mit Waffengewalt habe der trainierte Boxer ein «strenges Regime» ausgeübt und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen «massiv eingeschränkt».