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Bern Freiburg Wallis Variantenskifahrer im Wallis vor Gericht

Vor dem Walliser Bezirksgericht Hérens-Conthey müssen sich seit Freitag drei Variantenskifahrer verantworten. Sie werden beschuldigt, im Dezember 2009 eine Lawine ausgelöst zu haben, die zwei Menschen mitriss. Der Staatsanwalt fordert Geldstrafen, die Verteidiger wollen Freispruch.

Bild eines Varianteskifahrers
Legende: Unschuldig oder nicht? Variantenskifahrer lösen eine Lawine aus, die auf der Piste zwei Personen verschüttet. Keystone (Symbolbild)

Die Lawine war 430 Meter lang und 120 Meter breit. Sie erfasste auf einer markierten Piste mehrere Menschen. Zwei von ihnen wurden unter den Schneemassen begraben und leicht verletzt.

Die drei Angeklagten, zwei Männer und eine Frau, beteiligten sich zunächst an der Suche nach Verschütteten, verliessen dann aber den Unfallort. Einige Tage später wurden sie identifiziert und angezeigt. Vor dem Bezirksgericht Hérens-Conthey müssen sie sich nun wegen fahrlässiger Störung des öffentlichen Verkehrs verantworten.

Die zwei Personen, die von der Lawine verschüttet worden waren, hatten keine Strafanzeige eingereicht. Hingegen verlangt die nicht angeklagte Bergbahnbetreiberin Télé Anzère SA rund 70'000 Franken.

Strafen gefordert - Freisprüche verlangt

Der Staatsanwalt fordert für alle drei Angeklagten Geldstrafen: Eine von 60 Tagessätzen für den «Leader» der Gruppe und für die beiden anderen je eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen. Die Strafen sollen bedingt auf zwei Jahre ausgesprochen werden.

Die drei Anwälte der Angeklagten verlangten einen Freispruch ihrer Mandanten. Sie wiesen auf ein Gutachten des Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung hin, wonach weder die Verantwortlichen der Bergbahnbetreiberin noch die Skifahrer einen Grund hatten anzunehmen, dass an dem Tag des Unglücks eine Lawine zu befürchten sei.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von B. Küng, Biel
    Es ist gut, dass solche Typen mal vor Gericht gestellt werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass sie tatsächlich streng bestraft werden und nicht freigesprochen werden.
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    L.Kunz: Sie machen es sich zu einfach ! Die Variantenskifahrer mussten sich bewusst sein das sie durch ihr Verhalten eine Lawine auslösen könnten (und dann auch haben). Der Betreiber der Anlage beurteilt das Gefahrenpotential jeweils OHNE eventuelle Variantenskifahrer zu berücksichtigen (weshalb auch !). Die 3 Personen haben fahrlässig gehandelt und müssen zur Rechenschaft gezogen werden.
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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Die Lawine abgetreten durch die Skifahrer ... OK, aber es war offensichtlich ein Lawinenhang, der die Skipiste so und so bedroht hatte - eine Lawine hätte ebenfalls auch ohne Skifahrer abgehen können - und dann wären die Bergbahnbetreiber dran gewesen ...
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